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Freiburger Wissenschaftler untersuchen den Einfluss von Artenvielfalt auf die Wälder Europas

Wälder haben einen positiven Einfluss auf das Klima, spielen eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf, sichern die Wasserqualität, speichern Kohlenstoff und schützen vor Bodenerosion – um nur einige Beispiele für so genannte Ökosystemleistungen zu nennen. Doch wie artenreich müssen Wälder sein, um diese Leistungen zu verbessern? Seit Oktober 2010 beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen des Forschungsprojektes „Funktionelle Bedeutung von Biodiversität in europäischen Wäldern“ (FunDivEUROPE) mit dieser Frage. Der Freiburger Biologe Prof. Dr. Michael Scherer-Lorenzen koordiniert das mit sieben Millionen Euro von der Europäischen Kommission geförderte Projekt. Die 24 Partnerinstitute aus 15 Ländern erforschen seit vielen Jahren in internationalen Projekten die Rolle der biologischen Vielfalt.
Um den Einfluss von Biodiversität auf die Leistungen und Funktionen eines Ökosystems von Standortfaktoren wie zum Beispiel Bodentyp oder Klima abzugrenzen, ist oft ein experimenteller Ansatz notwendig. Da Wälder jedoch Jahrzehnte brauchen um zu wachsen, stecken Experimente zur Baumdiversität in den Kinderschuhen. Für FunDivEUROPE haben die Forscher einen dreistufigen Ansatz gewählt, mit dem der Einfluss von biologischer Vielfalt im Wald gemessen werden soll: Zum einen werden Waldinventurdaten ausgewertet, zum anderen werden neue Daten gewonnen, indem weitere Untersuchungsflächen in Wäldern erforscht werden. Diese Untersuchungsflächen beinhalten sowohl alle europäischen Experimente zur Baumdiversität als auch neue Dauerbeobachtungsflächen in sechs Regionen Europas. Sie umspannen einen Gradienten von den finnischen borealen Nadelwäldern zu den mediterranen Steineichenwäldern Spaniens. Die Ergebnisse sollen zeigen, wie die Wälder der Zukunft aussehen sollten. Daraus leiten die Forscher Richtlinien für Wissenschaftler, Förster und Politiker auf regionaler und internationaler Ebene ab.
Universität Freiburg

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