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Beim Pflanzen der Trüffelbäume am Thüngersheimer Scharlachberg halfen (von links) auch die Fränkische Weinkönigin Marion Wunderlich

Frankentrüffel – das neue Gourmet-Highlight?

Mit 110 Haselnusssträuchern und sieben Eichen, deren Wurzeln die Baumschule „Deutsche Trüffelbäume“ mit dem Myzel von Tuber uncinatum geimpft hatte, setzte die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) am Thüngersheimer Scharlachberg den Startschuss für ein neues Projekt: Kulturtrüffel aus Franken – künftig „Frankentrüffel“ genannt. Der köstliche Schlauchpilz, der als schwarze Knolle zwischen Oktober und Januar in Muschelkalkböden heranreift, ist hier schon lange heimisch und auch bereits reichlich vorhanden. Doch diese Bodenschätze dürfen in freier Natur nicht gehoben werden. Denn obwohl offensichtlich in Hülle und Fülle vorhanden, stehen Trüffel unter strengem Naturschutz. Für unbefugte „Goldgräber“ kommt erschwerend hinzu, dass man zum Finden der aromatisch duftenden Knollen speziell ausgebildete Schweine oder Hunde braucht.Ganz anders bei eigens zur Trüffelzucht gepflanzten Bäumen: Hier ist ab dem siebten Standjahr mit einer Ernte zu rechnen. Gerade aufgelassene Flächen in Weinbergen eignen sich zur Anlage von Kulturflächen. Der edle Speisepilz könnte in Zukunft auch in Spätherbst und Winter Gourmets nach Franken locken und so den Tourismus beleben. Denn Trüffel sind die teuersten Speisepilze der Welt und als rare Köstlichkeit sehr begehrt. Ein Kilo des weißen Alba Trüffels kostet zwischen 10.000 und 12.000 Euro.Der Freistaat Bayern unterstützt das Pilotprojekt. Ziel ist, die Eignung und Wirtschaftlichkeit der Trüffelkultur ebenso wie die weintouristische Inwertsetzung der Region durch das Ergänzungsprodukt Trüffel zu prüfen und zu entwickeln. Darüber hinaus sollen Anreize für weitere wirtschaftliche Trüffelkulturen durch interessierte Erzeuger geschaffen werden. Erste Erträge werden für 2020 erwartet.

LWG
Ulrich Stobbe von der Baumschule Deutsche Trüffelbäume und Professor Theo Eberhard von der Hochschule München. Ein kräftiger Schluck Silvaner aus dem Bocksbeutel soll das Wachstum der schwarzen Knollen beschleunigen. Foto: LWG Beim Pflanzen der Trüffelbäume am Thüngersheimer Scharlachberg halfen (von links) auch die Fränkische Weinkönigin Marion Wunderlich Ludger Sproll von der Baumschule Deutsche Trüffelbäume

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