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Forstwissenschaftspreis für Dr. Susanne Jochner

Forstwissenschaftspreis für Dr. Susanne Jochner

Im Rahmen der Forstwissenschaftlichen Tagung an der TU Dresden wurde am 17.9.2014 der Deutsche Forstwissenschaftspreis 2014 an Dr. Susanne Jochner von der TU München verliehen. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Eva Mayr-Stihl-Stiftung gestiftet und ist die höchstdotierte forstwissenschaftliche Auszeichnung im deutschsprachigen Raum. Die 32-jährige Wissenschaftlerin hat nicht nur durch ihre im Jahr 2012 abgeschlossene Promotion, sondern auch durch eine Reihe von Publikationen in internationalen, begutachteten Zeitschriften und Vorträge auf internationalen Tagungen auf sich aufmerksam gemacht.Im Fokus der Forschungsarbeiten mit einem innovativen methodischen Ansatz standen mögliche Veränderungen von Blühzeitpunkten der Baumarten im Rahmen des anthropogen verstärkten Treibhauseffektes, wodurch die Produktion von Samen und damit die Verjüngung von Waldbeständen beeinflusst werden kann. Dies spielt aber auch eine wichtige Rolle für die menschliche Gesundheit und damit die Erholungsfunktion unserer Wälder, denn mittlerweile sind mehr als 12 Mio Menschen in Deutschland Pollenallergiker. In der Dissertationsschrift konzentriert sie sich auf urbane Ökosysteme, die aufgrund des Klimawandels immer mehr in den Fokus der forstwissenschaftlichen Forschung rücken. Die urbane Wärmeinsel mit ihrem speziellen Mesoklima erlaubt mit höheren Temperaturen und stärkerer Luftverschmutzung schon heute einen Blick in die Klimazukunft.Neben ihrer umfangreichen experimentellen wissenschaftlichen Arbeit hat sich die Preisträgerin bereits während ihrer Promotionszeit und auch danach sehr intensiv und erfolgreich in der Lehre engagiert. So hatte sie im Wintersemester 2013/14 die Vertretungsprofessur für Physische Geographie/Landschaftsökologie an der KU Eichstätt inne.Für die Forstwissenschaften sind ihre Forschungen von besonderem Interesse, weil die von ihr untersuchten phänologischen Faktoren für die Stoffkreisläufe in Waldbeständen – vor allem vor dem Hintergrund der Klimaänderungen – von erheblicher Relevanz sind. Zudem schlägt sie damit auch eine Brücke aus der Forstwissenschaft in die Bereiche der Humanmedizin und der Freizeitbedeutung von (Stadt-)Wäldern.

Prof. Dr. A. Roloff

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