Wirtschaftswald im Schnee
Die Bewirtschaftung von klimaresilienten Privatwäldern soll durch die neue erweiterte Förderung der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse gesichert werden.
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Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse erhalten bessere Förderung

19. Dezember 2022
Die EU-Kommission hat vor Kurzem grünes Licht für die erweiterte Förderung von forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen gegeben. Damit erreicht die Regierung ein Ziel des Koalitionsvertrages und will die nachhaltige Waldpolitik stärken. Die AGDW zeigt sich zufrieden.

Die nötigen technischen Änderungen des Fördergrundsatzes sollen in den kommenden Wochen umgesetzt werden. Die rund 1.500 deutschen forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse sollen ihren Mitgliedern dadurch mehr professionelle Dienstleistungen für die nachhaltige Bewirtschaftung von Privat- und Kleinstprivatwäldern anbieten können. Das gab das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in einer aktuellen Pressemitteilung bekannt.

Kleinstprivatwälder stehen vor Herausforderungen

Damit sollen Waldbesitzende bei der Bewältigung der Klimaschäden in ihren Wäldern unterstützt werden. Mit einer durchschnittlichen Waldfläche von 2,5 ha stünden Kleinstprivatwaldbesitzende in Deutschland mit ihrem in Summe größten Teil der insgesamt 5,5 Mio. ha Privatwald vor großen Herausforderungen.

Unterstützt werden sollen sie durch die genehmigten GAK-Maßnahmen (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“) mit dem richtigen Know-How: der Maßnahmenplanungen im Wald, der Vermittlung von Unternehmen, die die Maßnahmen umsetzen, der Kontrolle der Arbeiten sowie der Vermittlung von Abnehmern der Waldprodukte. Auch die Beantragung von Fördermitteln solle unterstützt werden.

Negativen Entwicklungen entgegenwirken

Dem Trend, dass sich Waldbesitzende seltener von forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen Unterstützung einholen, wolle man damit entgegenwirken. Denn eine Stilllegung der Kleinstprivatwälder als Konsequenz helfe nicht, notwendiges Holz bereitzustellen oder die Wälder in klimafeste Ökosysteme zu entwickeln und damit die Leistungen der Wälder zu erhalten, so das BMEL. Die erweiterte Förderung sieht also vor, dass die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse ihre Mitglieder im Kampf gegen den Klimawandel künftig noch besser unterstützen können.

Positives Feedback von forstlichen Verbänden

Die AGDW – Die Waldeigentümer begrüßen ihrerseits in einer aktuellen Meldung die Genehmigung der verbesserten Förderung. „Damit ist der Weg für eine Professionalisierung der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse endlich frei“, sagte Dr. Irene Seling, Hauptgeschäftsführerin der AGDW. Der Verband habe sich in Berlin und Brüssel für diesen Fortschritt eingesetzt.

Die Zusage der EU-Kommission ermögliche den Zusammenschlüssen, ihr Serviceangebot für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu erweitern und den Waldbesitzenden mit professioneller Unterstützung unter die Arme zu greifen. Das sei essenziell für den klimaresilienten Waldumbau. Nun brauche es „bei der anstehenden Novellierung des Bundeswaldgesetzes auch eine Öffnung des Aufgabenkatalogs der forstwirtschaftlichen Vereinigungen“, sagte Seling weiter.

Mit Material vom BMEL, AGDW