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Forstwirt-Ausbildung bei Sachsenforst

39 junge Leute haben am 8. Juli in der Forstlichen Ausbildungsstätte im vogtländischen Morgenröthe-Rautenkranz aus der Hand von Mike Eller, Personalchef bei Sachsenforst, ihre Abschlusszeugnisse für die Berufsausbildung zum Forstwirt erhalten.

36 junge Männer und eine Frau hat Sachsenforst selbst ausgebildet, je einer lernte sein forstliches Handwerk in der Stadt Leipzig sowie bei der Ausbildungsinitiative Forst e.V.

Mike Eller hat gleich doppelten Grund zur Freude. „Es ist schön, dass die jungen Leute sich auch heute für einen Ausbildungsberuf entscheiden, der ein eher traditionelles Image trägt. Gleichzeitig war das unser bester Jahrgang seit 2003.“ Sowohl Sachsenforst als auch private Forstunternehmen können also auf fachkundigen und motivierten Nachwuchs setzen.

Gut vorbereitet ins Berufsleben

 
Vor dem erfolgreichen Abschluss stand eine dreijährige Ausbildung, in der die ganze Palette forstlichen Handwerks vermittelt wurde. „Das Berufsbild Forstwirt ist heute viel breiter aufgestellt, als die landläufige Vorstellung vom ‚Bäume pflanzen und absägen‘ vermuten lässt“, so Eller. Die Grundlagen der Waldökologie und des Naturschutzes werden bei der Ausbildung ebenso vermittelt wie Aspekte der Vermarktung und Weiterverarbeitung des nachwachsenden Rohstoffes Holz. So lernen die Forstwirte zu unterscheiden, welche Insekten dem Wirtschaftswald schaden können – und welche Tiere und Pflanzen als besonders schützenswert gelten. Wie man Pflanzhacke und Motorkettensäge anpackt, wird genauso unterrichtet wie die computerunterstützte Steuerung von modernen Holzerntemaschinen.

All das wird nicht nur auf der Schulbank gepaukt sondern auch praktisch am späteren Arbeitsplatz umgesetzt: Im Wald. Die Ausbildung umfasst einen betrieblichen Teil bei den Ausbildungsbetrieben, also in den Forstbezirken von Sachsenforst, den privaten oder körperschaftlichen Forstbetrieben sowie eine überbetriebliche und Berufsschulausbildung an der Forstlichen Ausbildungsstätte im vogtländischen Morgenröthe-Rautenkranz.

Um die Ausbildung erfolgreich abschließen zu können, wurden seit dem 23. Juni 2016 mehrere schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen absolviert. Bei der praktischen Prüfung mussten unter den kritischen Augen der Prüfungskommission Waldpflegearbeiten im dichten Anwuchs junger Fichten, Ebereschen und Weiden
durchgeführt werden. Hier standen insbesondere die Ziele der späteren Waldentwicklung, aber auch Aspekte der Ergonomie und Arbeitssicherheit im Vordergrund. Ein Höhepunkt der praktisch zu absolvierenden Prüfungen war die Erarbeitung eines Naturschutzprojektes: In Gruppen haben die Auszubildenden über den Zeitraum von einem Jahr unter Anleitung erfahrener Forstleute eigenständig Naturschutzmaßnahmen im Wald projektiert, durchgeführt und abschließend vor einem Fachgremium vorgestellt.

Die jungen Forstwirte starten also gut vorbereitet in ihr Berufsleben. Auf dem Arbeitsmarkt haben sie gute Chancen. Spätere Arbeitgeber sind unter anderem kommunale und private Waldeigentümer, private Forstunternehmen, aber auch Dienstleister in der Baum- und Landschaftspflege. Auch Sachsenforst wird mehrere junge Forstwirte zunächst befristetet einstellen. Gut 15 % der Absolventen qualifizieren sich nach Abschluss ihrer Ausbildung mit einem Universitäts- oder Fachhochschulstudium weiter.

Ausbildungsbeginn 2016

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres am 1. September 2016 starten 40 neue junge Leute in die dreijährige Ausbildung beim Sachsenforst. Bei körperschaftlichen und privaten Ausbildungsbetrieben sowie der Ausbildungsinitiative Forst e.V. beginnen voraussichtlich acht Forstwirtlehrlinge ihre Ausbildung im Wald.
 
Staatsbetrieb Sachsenforst

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