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Forstunternehmer bei Minister Brunner

Forstunternehmer bei Minister Brunner

Im Juli hatten die bayerischen Forstunternehmer in einem Brandbrief an Minister Helmut Brunner auf ihre prekäre wirtschaftliche Situation aufmerksam gemacht. Als Reaktion auf diesen Brief hat der Minister am 5. September Vertreter beider bayerischer Forstunternehmerverbände BVB und VdAW zum Gespräch eingeladen. Volle zwei Stunden widmete der Minister den Unternehmern und erwies sich dabei als sehr gut informiert.Gegen die Einschlagszurückhaltung im Privatwald versprach Brunner, die Anstrengungen zur Steigerung der Holzernte zu intensivieren. Die ehrgeizigen Ziele beim Waldumbau seien ohne Holzernte sowieso nur schwer möglich. Für Irritationen sorgte dabei beim Minister die Kritik des VdAW an der Förderpolitik des Freistaates für die Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbesitzervereinigungen: Die im nächsten Doppelhaushalt geplante Förderung in Höhe von 5 Mio. € führe zu Wettbewerbsverzerrungen. Brunner sieht diese Organisationen jedoch als wesentlichen Bestandteil der Holzmobilisierung in Bayern, die es zu stärken gelte. Ministerialrat Robert Morigl, der ebenfalls an dem Gespräch teilnahm, äußerte seinen Unmut über die Kritik mit den Worten: „Sitze ich hier mit Vertretern der Forstunternehmer oder mit dem Verband der privaten Holzhändler?“Ein weiteres Thema war die Beteiligung der Forstunternehmer in den wichtigen Entscheidungsgremien (Cluster Forst und Holz, ProHOLZ Bayern, Beirat der BaySF usw.). Brunner und Morigl versprachen, sich dafür einzusetzen, dass die Unternehmer dort gehört und auch beteiligt werden.Zum Thema Preisfindung bei der BaySF sagte Brunner, er habe die Problematik einer Vergabe ausschließlich nach dem wirtschaftlichsten Preis erkannt. Diese Praxis habe gerade unter regionalen Firmen einen ruinösen Preiskampf ausgelöst. Brunner sagte, er könnte sich Ausschreibungen vorstellen, bei denen der billigste Anbieter automatisch ausgeschlossen werde und damit der Zweitbilligste zum Zuge käme. Dies würde nach Brunners Meinung die Angebotsdisziplin der Unternehmer stärken, da Billigangebote dann keinen Sinn mehr machten. Die Forstunternehmerverbände sollen einen Vorschlag in diese Richtung ausarbeiten.Auch über Losgrößen und die einseitige Optionsausübung seitens der BaySF wurde diskutiert. Robert Morigl gab nach Angaben von Vertretern der Forstunternehmer zu, dass der bei der Gründung der BaySF gewünschte Effekt, kleinere regionale Firmen kontinuierlich mit Arbeit zu versorgen und ihnen Sicherheit zu verschaffen, „gründlich daneben gegangen“ sei. Die Option habe lediglich den oben erwähnten Preiskampf gefördert. Brunner und Morigl versprachen, auch in diesen Punkten mit der BaySF zu sprechen.Zur dringend notwendigen Aus- und Weiterbildung von Personal für die Forstunternehmer regte Brunner an, diese in die bayerischen Waldarbeitsschulen zu integrieren.

Marc Kubatta-Große

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