Forstpolitik

Was kommt nach dem Borkenkäfer?

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Stürme, Dürren und Borkenkäfer sorgten in den letzten Jahren bei den Forstunternehmern für volle Auftragsbücher, auch in Niedersachsen. Wenn das Schadholz abgearbeitet sein wird, stehen viele Betriebe allerdingsvor der Frage, wie es weitergehen soll. Das Forstunternehmen Hassler hat uns die Situation erklärt.

Holzernte- und Waldpflegemaßnahmen im Landes- und im Privatwald von Niedersachsen werden nach Auskunft der Arbeitsgemeinschaft forstwirtschaftlicher Lohnunternehmer (AfL) zu 80 % durch private forstliche Dienstleistungsunternehmen durchgeführt. „Das sind selbstständige Unternehmen, die verantwortungsvoll im Auftrag des Waldbesitzes tätig sind“, erklärt AfL-Geschäftsführer Dr. Maurice Strunk. Sie beschäftigen ihr ausgebildetes Personal weit überwiegend auf Basis sozialversicherungspflichtiger Dauerarbeitsplätze und setzen nicht auf Saisonkräfte, die eventuell günstiger für die Unternehmen wären.

„Der Personalbestand ist in den letzten zehn Jahren um über 44 % gestiegen. Niedersächsische Unternehmer beschäftigen damit rund 50 % mehr Arbeitskräfte als die Niedersächsischen Landesforsten“, sagt Strunk. Dass es sich meist um kleine Unternehmen handelt, ist an den Zahlen der kapitalintensiven Maschinen erkennbar. So haben die Dienstleister in Niedersachsen pro Betrieb im Schnitt 1,22 Harvester, 1,30 Forwarder, 0,65 Forstspezialschlepper, 0,74 Forstschlepper und 5,38 Motorsägen.

Lohnunternehmen Hassler

Ein Beispiel für den Berufsstand ist das Forstunternehmen Hassler aus Soltau im Heidekreis. An ihm wird auch der Strukturwandel deutlich, der auf die Branche zukommen könnte. Firmenchef Hans Hassler (64) war die letzten zwei Jahren in Südniedersachsen und im Harz im Einsatz, weil es wegen der großen Waldschäden nur dort genügend Aufträge gefunden hat und andernorts der Einschlag weitestgehend eingestellt wurde.

Sein Betrieb zählt mit einem Team aus sieben gut ausgebildeten und erfahrenen Mitarbeitern sowie drei Harvestern und vier Rückezügen zu den überdurchschnittlich großen Anbietern auf dem niedersächsischen Markt. Deshalb braucht er ein gewisses Auftragsvolumen, um über die Runden zu kommen. Die Verlagerung der Aktivitäten in den Süden war für die Hasslers eine wesentliche Umstellung, unter anderem weil sie ihre Mitarbeiter die ganze Woche über in der Nähe der Arbeitsflächen unterbringen mussten. Das änderte nicht nur den Arbeitsalltag, es erhöhte auch die Kosten. Dabei will der Firmenchef seine Mitarbeiter langfristig beschäftigen, weil Fachkräfte wie sie nicht einfach zu finden sind.

Was kommt nach dem Borkenkäfer?

Das Stichwort Kalamität treibt aber noch mehr Sorgenfalten auf die Stirn des gebürtigen Kärntners. „Was sollen wir machen, wenn die Schäden alle abgearbeitet sind?“, fragt er. Ist das Chaos im Wald erst einmal in Ordnung gebracht, wird es es Jahrzehnte dauern, bis in den betroffenen Wäldern wieder Aufträge winken.

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Den vollständigen Artikel finden Sie in der Forst & Technik 4/2021.

H. Leeske