Das aktuelle Heft. Forst&Technik.

Die Oktober-Ausgabe der Forst & Technik hat folgende Themen:

  • FinnMetko: Pendelarm-Forwarder von Pro Silva
  • DLG-Waldtage: Lösungen für die Wiederbewaldung
  • Kleinharvester: Maschinen für die Bestandespflege

Keine Überraschung

Es ist Oktober und die meisten der in diesem Jahr so zahlreichen Forstmessen sind vorbei. Außer einigen Spendern mit Desinfektionsmittel war war von der Corona-Pandemie bei keiner einzigen Veranstaltung mehr viel zu sehen. Mit wem man auch sprach, alle waren glücklich, dass es wieder losgeht und man sich nach der zweijährigen Zwangspause endlich wieder die Hände schütteln und persönlich austauschen konnte.


Allerdings zeigt uns ein Blick auf die Zahlen, dass Aussteller und Besucher die Messe­n wider Erwarten nicht überrannt haben. Die Messelandschaft verzeichnete ganz allgemein 30 % weniger Aussteller und 45 % weniger Besucher. Das teilte die Auma, der Verband der deutschen Messewirtschaft, Anfang September mit. Von diesem Rückgang blieben auch die Forstmessen nicht verschont. Ob Elmia Wood, Interforst oder FinnMetko: keine von ihnen hat das Vor-Corona-Niveau wieder erreicht. Die Forst Live kam mit einem kleinen Minus davon, aber nur die DLG-Waldtage blieben stabil.


Es gibt viele Gründe, woran das liegen könnte. Zur Interforst war es womöglich einfach zu heiß. Bei der Elmia Wood lag es unter anderem daran, dass die großen Forstmaschinenhersteller die Messe boykottiert haben und sie damit einfach nicht mehr so interessant war. Wahrscheinlich fehlten Aussteller, Geschäftspartner und Besucher aus dem Aus- und Inland einfach auch deswegen, weil die Pandemie eben nicht ganz vorbei ist.


Könnte es auch daran liegen, dass Messen nicht mehr so wichtig sind? Es ist bestimmt nicht wie in den Kinos, denen die Besucher ausgehen, weil Filme heute lieber zuhause auf dem Sofa gestreamt werden. Allerdings gehen immer mehr Hersteller dazu über, ihre Neuheiten unabhängig von Messen im Internet und in den sozialen Medien vorzustellen. Warum also sollten die Leute also noch zu Messen fahren, wenn diese keine Überraschungen und Sensationen mehr zu bieten haben? Selbst der E-Forwarder von Ponsse war zwei Wochen nach der Online-Präsentation auf der FinnMetko schon keine echte Neuheit mehr.


Nicht zuletzt könnten große und damit teure Forstmessen ganz allgemein in der Gunst gesunken sein, weil die Branche die Vorteile regionaler Veranstaltungen oder einfacher Maschinendemos für sich entdeckt hat. Das könnte die stabilen Zahlen der Forst Live und der DLG-Waldtage erklären. Dann läge der stellvertretende Vorsitzende des DLG-Forstauschusses goldrichtig, wenn er die DLG-Waldtage nach Süddeutschland holen will. Wobei man andererseits bedenken muss, dass bereits einige Versuche gescheitert sind, neue Regionalmessen zu etablieren. Man denke an die Forst Live Nord oder an die Forst Regio Chemnitz.

Oliver Gabriel