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Das aktuelle Heft. Forst&Technik.

Die Dezember-Ausgabe der Forst & Technik hat folgende Themen:

  • Langholzrücken: Achtrad-Skidder im Haas-Gewand
  • Aufforstung: Fünf Saatverfahren im Vergleich
  • Maschinenkalkulation: Zur Berechnung der Systemkosten

Brutale Nachfrage

Seitdem Ende Oktober im Bundesanzeiger das „Investitionsprogramm Wald“ erschienen ist, stehen die Telefone nicht mehr still. Ob kleine oder große Forsttechnik­anbieter: ihre Mitarbeiter schreiben Angebote ohne Ende. „Die Nachfrage ist brutal“, sagen uns übereinstimmend die Händler. Umsatz konnten sie bis Mitte November zwar noch nicht verzeichnen, weil die Kunden erst die Förderbescheide abwarten. Insgesamt wird aber angenommen, dass die bisher eingeplanten 50 Mio. € schon weit vor dem Ende der Laufzeit im Oktober 2021 verteilt sein werden.

Das Investitionsprogramm Wald ist ein Teil des Corona-Konjunkturpaketes, das die Bundesregierung im Juni beschlossen hat. Es umfasst 500 Mio. € für eine Flächenprämie an private und kommunale Waldbesitzer, 150 Mio. € für den Holzbau und die genannten 50 Mio. €, die für Forsttechnik und Digitalisierung vorgesehen sind.

Das so erfolgreich gestartete Programm hat aber auch einigen Wirbel verursacht. So manche Firma fühlte sich benachteiligt, weil ihre Produkte am Anfang nicht auf der Positiv­liste vertreten waren. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat sie daraufhin zweimal ergänzt, von zunächst 92 auf 199 Seiten, eine weitere Aktualisierung ist angekündigt. Doch auch die Logik der Liste erschließt sich nicht jedem. So fragen sich selbst Händler, warum etwa Seilwinden und Rückeanhänger gefördert werden, obwohl es doch eigentlich um ­moderne Forsttechnik und digitale Lösungen gehen soll.

Ein anderes Beispiel: Der Deutsche Forstunternehmer-Verband hat erreicht, dass Harvester, Forwarder, Forstschlepper und Seilkrane von der Förderung ausgeschlossen sind. Harvesteraggregate, EDV für die Logistik, Greifer, Krane, Räder und andere Kompo­nenten sind aber förderfähig. Daher versuchen manche Unternehmer, den Harvester ohne Aggregat oder Räder zu kaufen und wollen die übrigen Teile als Zubehör auf einer zweiten Rechnung beziehen.

Probleme bereitet nicht zuletzt die finanzielle Abwicklung. Der Antrag wird zwar bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank gestellt, der Kreditanteil in Höhe von 60 % und die Auszahlung laufen dagegen über die Hausbanken. Diese kooperieren allerdings nicht immer mit der Rentenbank – oder erst ab hohen Investitionsbeträgen. Schwierig stellt sich auch die Situation der freien Finanzierer dar. Sie arbeiten oft mit Gesellschaften zusammen, die keine Bankzulassung haben und daher keine Geschäfte mit der Renten­bank machen können. Solche Finanzierer und die Leasinggesellschaften können dem Treiben daher nur zuschauen. Das gilt auch für Waldbesitzer, deren finanzielle Situation wegen der niedrigen Holzpreise so schlecht ist, dass ihre Hausbanken ihnen keinen Kredit einräumen.

Trotz der großen Nachfrage ist darum manch ein Technikanbieter ganz froh, wenn das Geld bald verteilt ist. Die Gerüchte besagen allerdings, dass die Fördersumme auf 100 Mio. € aufgestockt werden soll.

Artikel aus der Forst & Technik Redaktion

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