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Das aktuelle Heft. Forst&Technik.

Die Februar-Ausgabe der Forst & Technik hat folgende Themen:

  • Komatsu 965: Ein Ein 16-Tonner mit Klemmbank
  • HSM 208F Steilhang: Das erstaunliche System Rohrhofer
  • Menzi Muck: Die Generation X

Walddialog

Termin auf der Grünen Woche.Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat zu einem Walddialog unter dem Berliner Funkturm eingeladen, in dessen Verlauf sieben Experten darüber diskutierten, wie es mit dem Wald in Deutschland weiter gehen soll. Auf dem Podium saßen Vertreter des Waldbesitzes, der Forschung, des Naturschutzes und des Ministeriums. Einig waren sie sich wahrscheinlich alle zusammen darüber, dass es ohne Wald nicht geht und dass die Waldbesitzer nach den großen Schäden der vergangenen zwei Jahre vor einer Generationenaufgabe stehen. Landwirtschaftsministerin Klöckner sagte in ihrer Begrüßung: „Der Wald ist kein nice to have, sondern ein must have.“

Darüber hinaus gab es viele unterschiedliche Meinungen. Julia Klöckner will die Waldschäden und den Waldumbau auf wissenschaftlicher Grundlage angehen und weist ideologisch motivierte Ansätze zurück. Das stachelte Professor Pierre Leonhard Ibisch aus Eberswalde an. Er verwies darauf, dass auch Maßnahmen, die das Ministerium ablehnt, durchaus wissenschaftlich fundiert empfohlen werden könnten. Man müsse zum Beispiel das Schadholz nicht immer aus dem Wald räumen, sondern könne es auch belassen. Müde Blicke in der Runde.
Laszlo Maraz vom Forum Umwelt und Entwicklung beklagte die massiven Einschläge in Laubwäldern und hielt ohnehin alle Waldumbaupläne für die Katz, wenn die Politik den Klimawandel nicht in den Griff kriegt. „Die Dürre der letzten Jahre war kein singuläres Ereignis“, bestätigte Prof. Jürgen Bauhus aus Freiburg, während die Bloggerin Fee Christiane Brauwers die Forstleute kritisierte, weil sie die öffentliche Kommunikation Leuten wie Peter Wohlleben überlässt. Prof. Ibisch kritisierte wiederum sie, weil sie ökologisch orientierte Wissenschaft in ihrem Kanal verunglimpfe. Georg Schirmbeck vom DFRW dagegen wollte sich die Waldwirtschaft nicht schlecht reden lassen und regte sich darüber auf, dass in einigen Ländern noch immer Försterstellen abgebaut werden.

So ging es eine Weile hin und her. Nur ein Thema kam zu kurz. Diskussionsleiter Andreas Schütte von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) sprach es immerhin an: die Hilfe für die Waldbesitzer, die seit dem Nationalen Waldgipfel Ende September noch nicht wirklich voran gekommen ist. „Wir sitzen in einem aufgebockten Auto und geben Vollgas“, sagte er. „Dabei müssen wir die Böcke wegnehmen, damit wir losfahren können.“ Dieses Bild spielte Schirmbeck in die Hände. Es habe zwölf Wochen gedauert bis im Dezember endlich ein Rahmenplan für die GAK-Förderung vorlag. Seitdem seien weitere sechs Woche verstrichen, aber noch immer habe Brüssel das nicht notifiziert.

Doch die Branche wird wohl einen langen Atem haben müssen. Druck auf Brüssel auszuüben sei sinnlos, merkte Dr. Eva Müller vom Bundeslandwirtschaftsministerium an. Selbst eine von Schirmbeck angedeutete Demo nütze da nichts.

Artikel aus der Forst & Technik Redaktion

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