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Das aktuelle Heft. Forst&Technik.

Die Januar-Ausgabe der Forst & Technik hat folgende Themen:

  • Hencon Forestry: Aus Wellink Caesar wird Axsel
  • Brandenburg: Großkahlschlag nach Waldbrand
  • Alther: Rückeraupe auf Rädern

Getrübte Sicht

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Es ist zwar nicht bekannt, ob diese Aussage von Mark Twain, Winston Churchill oder Kurt Tucholsky stammt, auch Karl Valentin und Niels Bohr kursieren als Urheber. Der Spruch ist natürlich eine Binsenweisheit, Aber er passt einfach immer und wird deswegen gerne verwendet, wenn man einen Blick in die Zukunft wagt.

Das gilt auch für die Forstwirtschaft. Dabei sind einige Entwicklungen durchaus absehbar. Zum Beispiel beim Borkenkäfer, der dieses Jahr ganz sicher ein Thema bleiben wird. Die Unternehmer werden in den Fichtengebieten noch den ganzen Winter abgestorbene Fichten und Lärchen einschlagen. Wenn im Frühjahr die Käfer schwärmen, werden die Forstleute sich richtig ins Zeug legen, um das Schlimmste zu verhindern. Die Forstunternehmer können also damit rechnen, dass ihre Dienstleistungen gefragt bleiben – besonders wenn es wieder heiß und trocken wird.

Wie lange das der Fall sein wird, ist dagegen schwer zu sagen. Sollte sich der Borkenkäfer bei kalt-nasser Witterung nicht so stark vermehren, dann dürfte die Arbeit irgendwann ausgehen. Die Maschinen werden dann über kurz oder lang stehen, weil der Staatswald den Frischholzeinschlag im Nadelholz reduziert oder gar gestoppt hat. Bei den aktuell niedrigen Holzpreisen könnte das auch im Privatwald der Fall sein. Waldbesitzer, die gerade nicht auf Einnahmen angewiesen sind, werden mit der Holzernte abwarten, bis die Preise wieder steigen.

Ein unklares Bild bietet auch der Messeplaner. Dieses Jahr ist natürlich alles klar. Die Forst live (29. bis 31. März), die LIGNA (27. bis 31. Mai) und die KWF-Thementage (26. und 27. Juni) können wir ebenso fest einplanen, wie die Forstmesse Luzern (15. bis 18. August) und den Messehöhepunkt, die Austrofoma (8. bis 10. Oktober) in Österreich. Für die fernere Zukunft weiß man dagegen noch nicht, was die aktuellen Entwicklungen für Folgen haben werden. So muss das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) für die KWF-Expo 2020 einen neuen Projektleiter finden, weil der bisherige Messe-Chef Thomas Wehner zu Komatsu Forest wechselt. 2021 ranken sich sogar Fragezeichen um die unangefochtene Weltleitmesse der Forsttechnik, die Elmia Wood. Wenn der schwedische Verband der Maschinenlieferanten es ernst meint und zeitgleich zur Elmia Wood die neue Swedish Forestry Expo in Stockholm abhält, dann werden Marktführer wie Komatsu Forest, John Deere, Ponsse, Rottne und EcoLog nicht mehr auf der Elmia Wood ausstellen. Der Verband plant eine eigene Messe allein für Großmaschinen und Zulieferer. Noch kann man sich das gar nicht vorstellen. Warten wir also noch etwas ab und wiederholen unsere Prognose, wenn wir näher dran sind an der Zukunft.

Artikel aus der Forst & Technik Redaktion

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