ABO

Das aktuelle Heft. Forst&Technik.

Die aktuelle Ausgabe der Forst & Technik mit folgenden Themen:

  • John Deere: Premiere für den 1170G
  • Neuer Skidder: Der erste Equus ist ausgeliefert
  • Durchforstung: Radharvester mit 15-m-Kran

Veränderungen

Die Welt ändert sich laufend.Je nachdem von welcher Seite man es betrachtet, fallen die Veränderungen nicht immer leicht. Die Forstleute in Brandenburg freuen sich ganz sicher nicht über die neueste Reform, die das Ministerium gerade wieder ausbrütet. Die 30 Mitarbeiter der Lehranstalt für Forstwirtschaft in Bad Segeberg hoffen bestimmt darauf, dass sie nicht nach Rendsburg ziehen müssen, wie es sich die Landwirtschaftkammer überlegt. Oder fragen sie mal einen Förster in Bayern, der womöglich einen Nationalpark vor die Nase gesetzt kriegt – ganz ausgeschlossen ist das ja noch immer nicht.
Veränderungen können aber auch positive Wirkungen entfalten. Manchmal ­liegen sie geradezu in der Luft und werden dann erleichtert aufgenommen. So hat sich der Deutsche Forstunternehmer-Verband (DFUV) endlich dazu durchgerungen, die bisher rein ehrenamtliche Vorstandsarbeit mit einem Fachreferenten auf eine professionellere Basis zu stellen. Das wird eine Aufbruchstimmung erzeugen, die viel Kraft für künftige Projekte geben wird. Auch Michael Haarhaus in Niedersachsen ist wahrscheinlich erleichtert, dass er den Vorsitz der AfL Niedersachsen abgegeben hat. Er kann sich jetzt voll auf sein noch junges Unternehmen konzentrieren – ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, weil er den Verband nicht so wie nötig führt. Und auch die Forst- und Holz­wirtschaft hat nach der langen Hänge­partie am Ende wohlwollend auf den ­Koalitionsvertrag von CDU und SPD reagiert. Dieser greift ja auch einige Forderungen der Branche auf: Die Regierung wird die Charta für Holz weiterführen, ein Kompetenzzentrum Holz im Landwirtschaftsministerium einrichten und den Holzbau weiter­entwickeln. Die grünen Berufe sollen attraktiver werden.
Wenn Sie dieses Ausgabe durchblättern, werden Sie noch mehr Beispiele finden, die ich jetzt übersehen habe. Nur eines fällt mir gerade noch ein: die Sturmholzaufarbeitung, die im Januar über Nacht in vielen Teilen Deutschlands den regulären Frischholz­einschlag beendet hat. Das ist eine Veränderung, die in fast keiner Weise positiv ist. ­Natürlich haben die Forstunternehmer jetzt Arbeit und verdienen gut, sie werden zum Teil händeringend gesucht, besonders wenn sie Seilschlepper besitzen oder auch Seil­krananlagen.  Aber was ist, wenn die Sturmschäden beseitigt sind? Denken die Forst­betriebe daran, dass die Unternehmen auch dann noch Arbeit brauchen? Schauen sie tatenlos zu, wenn die Dienstleistungspreise dann wieder ins Bodenlose fallen? Immerhin haben sich die Unternehmer nach dem Sturm anscheinend nicht kopflos in Investitionen gestürzt, die sie später nicht mehr auslasten können.

Artikel aus der Forst & Technik Redaktion

von