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Forstschädliche Mäuse

Die Dichte oberirdisch fressender Kurzschwanzmäuse hat nach dem Rückgang im vergangenen Winter aktuell ein vergleichbar hohes Niveau wie 2010 erreicht, meldete die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) am 31. Oktober. Probefänge der NW-FVA ergaben lokal maximale Indexwerte von 51,7 je 100 Fallennächte für Erdmaus und 45,8 je 100 FN für Rötelmaus. Die Überwachung mit Apfelsteckreisern ergaben nach einer Woche im Maximum Annahmeraten von 96%. Bei derartig hohen Mäusedichten sind die Kulturen hochgradig gefährdet und Gegenmaßnahmen zu erwägen.
Die NW-FVA empfiehlt daher dringend, gefährdete Kulturen, v. a. Laubholz, mit geeigneten Prognoseverfahren zeitnah auf Mäusebesatz zu überprüfen. Für die Begutachtung bzw. Überwachung der Kulturen kommen drei Verfahren infrage:
  • Steckholzverfahren mit frisch geworbenen, entblätterten Apfel-Wasserreisern.
  • Schlagfallen zur Herleitung des bereinigten Index 100 Fallennächte.
  • Feststellung frischer Fraßschäden an der Rinde.
Sofern die Ergebnisse eines dieser Verfahren auf eine gefährlich hohe Population von Kurzschwanzmäusen schließen lassen, sollte eine Bekämpfung durchgeführt werden. Eine Gefährdung ist gegeben, wenn mind. 20% der Apfelsteckreiser nach 1-2 Wochen benagt sind oder mindestens 10% der fängischen Fallen mit Kurzschwanzmäusen besetzt waren oder bereits merkliche frische Nageschäden aufgetreten sind.
Für eine Bekämpfung oberirdisch fressender Kurzschwanzmäuse ist zurzeit nur noch Zinkphosphid zugelassen! Die Ausbringung im „Sofort-Stopp-Verfahren“ ist mit „Arrex E“ und „Ratron Giftlinsen Sticks“ möglich. Die bisher lose angebotenen Ratron Giftlinsen werden neuerdings in kleinen Papiertüten, genannt „Sticks“ mit jeweils 7 Giftlinsen im Eimer zu 2000 Stück vom Handel angeboten. Die Ausbringung im „Sofort-Stopp-Verfahren“ erfolgt im Raster von 5×5 Metern, am besten am Fuß einer befressenen Kulturpflanze. Dazu werden mit dem Schuh Plätze frei getreten und jeweils 5 „Ratron Giftlinsen Sticks“ bzw. 5 „Arrex E“ Folien ausgebracht und locker mit Vegetation bedeckt. Unsere entsprechenden Informationen zur Mäusebekämpfung auf der Homepage wurden gerade aktualisiert.
Die Ausbringung von Ratron Giftlinsen in HT-Rohren (10×10 Meter, je 2 Teelöffel Giftlinsen) als Alternative zum Sofort-Stopp-Verfahren bleibt auch weiterhin eine wirksame Bekämpfungsmethode.
Wichtige Hinweise:

Bei der Verwendung von Arrex E Folien ist das Herstellungsdatum zu beachten. Träger des Wirkstoffs sind Sonnenblumenkerne, die nach 2-3 Jahren ranzig werden können und dann ihre Attraktivität für Mäuse verlieren! Blutgerinnungshemmende Rodentizide wie „Ratron Feldmausköder“ oder „Ratron Pellets F“, die in Theysohn-Köderstationen ausgebracht wurden, sind nicht mehr zugelassen. Eine Neuzulassung derartiger Präparate ist nicht zu erwarten.

NW-FVA

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