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Waldbesitz darf mit Krise nicht alleine gelassen werden!

Am 13. September fand die Jahresmitgliederversammlung 2019 des Bundesverbandes Freiberuflicher Forstsachverständiger (BvFF) im brandenburgischen Burg (Spreewald) statt. Dazu gibt der Verband folgende Erklärung ab:

Die Waldschäden der letzten zwei Jahre, verursacht durch Trockenheit, Stürme, Waldbrände und eine Massenvermehrung von Schadinsekten, stellen die Waldbesitzer vor ungekannte Herausforderungen. Insbesondere die wirtschaftlichen Auswirkungen sind so fundamental, dass der Waldbesitz mit diesen Problemen nicht alleine gelassen werden darf.

„Daher bedarf es in dieser Zeit enormer Anstrengungen nicht nur der Waldbesitzer und aller im Wald Tätigen, sondern der gesamten Gesellschaft“, sagte Michael Storandt, Präsident des BvFF. „Es gilt jetzt, die Kräfte zu bündeln und unideologisch nach den besten Wegen und Lösungsansätzen zu suchen sowie überlegt, besonnen und zügig zu handeln.“ Sachverstand, Erfahrung und wissenschaftliche Erkenntnisse müssten die Diskussionen bestimmen.

Die Waldbesitzer und alle im Wald Arbeitenden haben in der Vergangenheit viel geleistet, damit der Wald durch Umbau und Pflege dem Klimawandel widerstehen kann. Dieser Weg muss weitergegangen werden.

Der Bundesverband Freiberuflicher Forstsachverständiger appelliert:

  • An einer aktiven und nachhaltigen Waldbewirtschaftung und der Wertschätzung aller Waldfunktionen muss festgehalten werden.
  • Die Zusage der Regierung über die Bereitstellung von 800 Mio. € ist ein wichtiger Schritt. Diese Mittel müssen unmittelbar den Waldbesitzern für die Räumung des Schadholzes und für die Wiederbewaldung zur Verfügung gestellt werden.
  • Die Bereitstellung der Gelder muss unbürokratisch, innovativ und schnell erfolgen. Das bestehende Antragswesen für die forstliche Förderung ist dafür völlig ungeeignet. Die freien Förster stehen für ein schnelle Abwicklung und Umsetzung der notwendigen Maßnahme zur Verfügung.
  • Der laute Ruf nach mehr Personal ausschließlich in den Staatsforstverwaltungen ist nicht zielführend. Die geplanten Mittel dürfen nicht für den Ausbau von staatlichen Verwaltungen verausgabt werden. Sie müssen direkt und zielgebunden für den Wiederaufbau der Wälder an die Waldbesitzer fließen. Die direkte Förderung ist die effizienteste Form der Mittelverwendung.
  • Die Krise darf nicht dafür genutzt werden, die Fortschritte zur Errichtung eines fairen Wettbewerbs in der Forstwirtschaft zwischen staatlichen und privaten Dienstleistern in Frage zu stellen. Dies würde die Forstwirtschaft erneut spalten. Die freien Sachverständigen und freien Förster stehen genau wie ihre Kollegen in den privaten, kommunalen und staatlichen Verwaltungen zur Bewältigung der Aufgaben zur Verfügung und sind dazu auch in der Lage. Dies gelingt nur bei Chancengleichheit.
  • Der private Dienstleistungssektor in der Forstwirtschaft ist weiter zu stärken. Befördert durch öffentliche Auftraggeber und Verwaltungen muss endgültig Schluss sein mit unfairem Wettbewerb, mit Preisdrückerei und sittenwidrigen Vertragsbedingungen. Ressourcen können so nicht aufgebaut werden und fehlen dann in der Krise.
  • Die privaten Dienstleister sind wichtige Akteure in der Waldwirtschaft. Wir fordern über die entsprechenden Gremien eine bessere Einbeziehung in fachliche und politische Entscheidungen von Verwaltung und Politik.
  • Zukünftig ist die Ökosystemleistung „Kohlenstoffspeicherung“ des Waldes zu honorieren.
  • Das Monitoring der Wälder muss mit modernen Verfahren flächendeckend, hinreichend genau und ständig erfolgen. Dazu bedarf es öffentlicher Mittel. Nur eine professionelle Lagebeschreibung des Waldzustandes ermöglicht kluge fachliche und politische Entscheidungen.

FREIE FÖRSTER – BvFF Bundesverband Freiberuflicher Forstsachverständiger e.V. Internetseite

Red./Quelle: BvFF

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