Holzernte

Die Starkholzraupe von Hochleitner

von Oliver Gabriel

Die Firma Hochleitner hat eine Forstraupe entwickelt. Wer dabei an Vorlieferraupen wie die von Pfanzelt, Alther oder Wicki Forst denkt, macht sich aber eine falsche Vorstellung. Die RFH 220 spielt in einer ganz anderen Liga, denn mit ihr kann man auch Starkholz rücken. Zugleich eignet sie sich als externe Traktionswinde oder als Trägergerät für Anbauseilkrane und andere Dreipunktgeräte.

Bisher gibt es nur ein Exemplar des Raupenfahrwerks Hochleitner RFH 220 wie die Maschine offiziell heißt. Jan Steiert, der Einsatzleiter der Firma Hochleitner, hat sie bei mehreren Aufträgen bereits ausgiebig eingesetzt. Zuerst im Thüringer Wald, wo seine Mannschaft an einem Steilhang Käferfichten entnommen und Buchen gefällt hat. Ausprobiert hat er sie außerdem bei der Verkehrssicherung. Im November war sie zuletzt drei Wochen in Mecklenburg-Vorpommern tätig – bei einem Schirmschlag in den Buchen-Altbeständen des Forstamtes Schuenhagen. Wer sich noch an die KWF-Thementage 2016 erinnert, der weiß, dass in dieser Region Nassstandorte weit verbreitet sind und eine bodenschonende Ernte- und Rücketechnik Voraussetzung für jede Holzernte sind. Forstamtsleiter Andreas Baumgart berichtet, dass die Landesforstanstalt sogar noch mehr Gewicht auf den den Bodenschutz legen will.

Seilkraneinsatz

Normalerweise setzt Baumgart auf den Nassflächen gerne Seilkrananlagen ein. Die Firma Hochleitner ist daher schon seit 2009 regelmäßig als Forstdienstleister bei ihm tätig und überwindet mit ihren großen Valentini-Anlagen V850 oder V1000 Rückeentfernungen bis zu 1 000 m. Das hat aber seinen Preis, denn bei solch langen Seiltrassen braucht man viele Zwischenstützen. Pro Seillinie dauert allein der Aufbau der Anlage ein bis zwei Tage. Den hohen Kosten steht dabei nicht immer ein hoher Holzanfall gegenüber, denn die bodennassen Wälder gehören zu einem FFH-Gebiet, in dem der Bestockungsgrad aus Gründen des Vogelschutzes auch bei der Verjüngung nicht unter 0,5 sinken soll. Ohnehin nicht in Frage kommt der Seilkraneinsatz in Beständen, in denen die Rückeentfernung nur 300 m beträgt – so wie in dem Schirmschlag, den Forst & Technik besucht hat.

Baumgart nahm daher gerne den Vorschlag der Firma Hochleitner auf, es auf diesen Flächen mit ihrer neuen Forstraupe RFH 220 zu probieren. Er machte aus dem Einsatz sogar ein ausgewachsenes Projekt, mit dem nicht nur die Auswirkungen des Raupen-Verfahrens auf den Bodenschutz untersucht werden sollen, sondern auch die auf den verbleibenden Bestand, den Naturschutz und die Kosten.

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Den vollständigen Artikel finden Sie in der Forst & Technik 1/2021.

Oliver Gabriel