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Forstpräsident i.R. Peter Stoll verstorben

Forstpräsident i.R. Peter Stoll verstorben

Am 7. Oktober 2015 ist Peter Stoll, Forstpräsident a.D., im Alter von 84 Jahren verstorben.
Peter Stoll war in der Forstverwaltung des Landes Baden-Württemberg ein Kollege und Mitarbeiter, der durch seine profunden fachlichen Fähigkeiten, sein außerordentliches diplomatisches Geschick und seine hohe Integrationskraft eine besondere Rolle eingenommen und Maßstäbe gesetzt hat.
Mit Peter Stoll verlieren der Landesbetrieb ForstBW und die Forstwirtschaft in Baden-Württemberg eine große Persönlichkeit, einen ausgewiesenen Fachmann und einen wertvollen Kollegen, der sich in verantwortungsvollen Funktionen bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1996 außergewöhnliche Verdienste erworben hat. Durch sein Wirken hat er den Wald und die Forstwirtschaft des Landes Baden-Württemberg maßgeblich mitgeprägt.
Peter Stoll ist als Sohn des früheren Holzverkaufsreferenten der Forstdirektion Nordwürttemberg, Oberlandforstmeister Otto Stoll, in einem forstlichen Elternhaus aufgewachsen und studierte in Freiburg und München Forstwissenschaft. In seiner aktiven Dienstzeit machte er sich unter anderem mit großem Engagement um die Laubwaldbewirtschaftung in Baden-Württemberg verdient. So leitete er als junger Amtsleiter im damaligen Staatlichen Forstamt Langenau, die Renaissance der Eichenwirtschaft in Baden-Württemberg ein und setzte mit der lange Zeit vernachlässigten Eichennachzucht deutliche Akzente. 1974 wechselte er als Leiter des Personal- und Organisationsreferats der Landesforstverwaltung ins Landwirtschaftsministerium nach Stuttgart und setzte dort mit Augenmaß und großem Fingerspitzengefühl die erste große Reorganisation der forstlichen Bezirksverwaltung um. In engem Dialog mit den körperschaftlichen und privaten Waldbesitzern entstand unter seiner Führung eine allseits anerkannte und akzeptierte Verwaltungsstruktur, die ohne größere personelle Härten umsetzbar war.
Während seiner Zeit als Forstpräsident der Forstdirektion Tübingen von 1977 bis 1996 wurden zukunftsweisende waldbauliche Behandlungsmodelle insbesondere für die Laubwaldbewirtschaftung entwickelt. Ebenfalls setzte er wichtige und nachhaltige Impulse bei der Zusammenarbeit mit dem Privatwald und im Waldnaturschutz. Mit diplomatischem Geschick, solidem Fachwissen und großer Kontaktfreude leitete er fast 20 Jahre die Forstdirektion Tübingen. Dabei hat er sich immer wieder durch seine treffende Problemanalyse und seine auf Ausgleich und Akzeptanz gerichtete Lösungskompetenz ausgezeichnet. Am Ende seiner Laufbahn konnte er schließlich seine ganze Erfahrung als ehemaliger Personal- und Organisationschef in die damals anstehende strukturelle Neuordnung der Landesforstverwaltung einbringen. Er verstand es in besonderem Maße, in allen Fachbereichen präsent zu sein und diese in ein Gesamtkonzept zu integrieren.
Im Ruhestand wirkte Peter Stoll als Präsident des Schwäbischen Albvereins und machte sich dabei auch außerhalb des Waldes für die Natur und Landschaft seiner Heimat stark. Unter seiner Leitung gelang es dem größten europäischen Heimat- und Wanderverein, der Naturschutzarbeit eine große Breitenwirkung zu verleihen.
Seine herausragende Lebensleistung und sein ehrenamtliches Engagement wurden bei seiner Verabschiedung als Forstpräsident mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gewürdigt. Peter Stoll genoss auch in seinem Ruhestand innerhalb und außerhalb der Forstverwaltung hohes Ansehen und große Wertschätzung. Peter Stoll war für viele nicht nur ein ganz besonderer Kollege, sondern auch ein verlässlicher und guter Freund. Die Forstleute in Baden-Württemberg und der Landesbetrieb ForstBW werden immer in Dankbarkeit und mit Hochachtung an Peter Stoll denken und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Landesforstpräsident Max Reger und Abteilungsdirektor Martin Strittmatter

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