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Forstpräsident i.R. Erwin Lauterwasser 85 Jahre

Forstpräsident i.R. Erwin Lauterwasser 85 Jahre

Am 16. Dezember 2015 vollendete Forstpräsident i.R. Erwin Lauterwasser in bewundernswerter Frische und Fitness sein 85. Lebensjahr. Als echter Schwarzwälder in Neustadt im Schwarzwald geboren und aufgewachsen, hat er sich früh und konsequent für die Natur und den Forstberuf begeistert und damit den Grundstein für ein bemerkenswertes Berufsleben gelegt. 
Nach Studium in Freiburg, Referendarzeit und der Großen Forstlichen Staatsprüfung 1957, begann er seine Laufbahn zunächst als 2. Beamter beim Forstamt Neustadt. Früh erfolgte eine weitere Verwendung in der Forsteinrichtung – der Grundlage forstlicher Nachhaltigkeit.
Ein entscheidender Abschnitt in seinem Werdegang begann im Jahr 1966 mit der Leitung des Forstamts Todtnau. Als Schwarzwälder mit Leib und Seele war er in diesem bis hinauf auf den Feldberg reichenden Forstbezirk am richtigen Platz. Es ist kennzeichnend für ihn, dass er sich einen Wirkungskreis suchte, dessen bestimmende Elemente aus dem Dreiklang Naturnutzung, Landschaftspflege und Tourismus bestanden.
Erwin Lauterwasser entwickelte eine intensive Zusammenarbeit mit den waldbesitzenden Gemeinden und betrieb die Gründung einer der ersten Forstbetriebsgemeinschaften in Baden-Württemberg. Als Mitverfasser der damaligen „Denkschrift für das Wiesental“ analysierte er die Situation dieser bäuerlichen Kulturlandschaft und zeigte Wege zu ihrer Erhaltung auf, die auch heute noch uneingeschränkte Gültigkeit haben. Nicht zuletzt nutzte er die vor der Tür liegenden Möglichkeiten des Schwarzwälder Wintersports. Diese Berufszeit war auch die Grundlage für äußerst vielfältige ehrenamtliche Tätigkeiten im nationalen wie internationalen Skisport. Auch wenn seine Funktionsämter längst in anderen Händen liegen so hat er das Thema Skisport und Ökologie geprägt und vertreten.
Erwin Lauterwasser erkannte die Umwelt-Probleme der frühen 1970er Jahre. Er war beim Aufbau der ersten Umweltabteilung beim Landwirtschaftsministerium in Stuttgart beteiligt. Bereits 1973 wurde Erwin Lauterwasser mit 42 Jahren zum Präsidenten der Forstdirektion Freiburg berufen, die er bis Ende 1995 sehr erfolgreich leitete. Erwin Lauterwasser war der Prototyp des profilierten modernen und politisch denkenden Forstmanns, für den die Forstwirtschaft in ein breites gesellschaftspolitisches Umfeld eingebettet ist. Er erkannte die Zusammenhänge und Verflechtungen und zog daraus die Konsequenzen. Hierbei kamen ihm als Netzwerker seine Kontaktfreude, sein Einfallsreichtum und die Fähigkeit zur öffentlichkeitswirksamen Darstellung der forstlichen Probleme zugute.
Diese Persönlichkeitsmerkmale prägten auch seine Arbeit in vielen Ehrenämtern. So gehörte er u.a. dem Landesfachausschuss Umwelt der CDU Baden-Württemberg an und wurde 1982 in den Waldausschuss des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands berufen. 1987 übernahm er den Vorsitz der Kommission „Waldschäden und Luftreinhaltung“ beim Ständigen Ausschuss der Internationalen Bodenseekonferenz.
Besondere Verdienste hat sich Erwin Lauterwasser im Rahmen der Naturschutzgebietsausweisung des „Taubergießen“ erworben. Hier hat er mit großem Verhandlungsgeschick die Verhandlungen mit der elsässischen Gemeinde Rhinau zum Erfolg geführt.
Das Bild von Erwin Lauterwasser wäre unvollständig, würde man nicht sein Engagement für den Skisport erwähnen. Er war Vizepräsident des Deutschen Skiverbands und ist Ehrenvorsitzender des Umweltbeirats des Deutschen Skiverbands und Träger zahlreicher Auszeichnungen.
Sein Anliegen war es, den von ihm geliebten Skisport in Einklang zu bringen mit den Erfordernissen des Natur- und Umweltschutzes. Sein Rat in ökologischen Fragen ist nicht nur in der FIS bis heute gefragt. So hat er beispielsweise in das „Modellprojekt Rohrhardsberg“ sein ganzes Prestige eingebracht: Ausbau von Biathlon-Sportstätten, Lenkung der Langläufer und Schutz der Natur durch ökologische Maßnahmen wie Schutz und Entwicklung von Auerhuhn-Habitaten.
Nicht zuletzt sei erwähnt, dass Erwin Lauterwasser mit Freunden und Mitstreitern die Forstlichen Skiwettkämpfe auf nationaler und internationaler Ebene initiiert hat. 1969 wurden diese erstmals am Herzogenhorn ausgetragen. Durch sein Wirken als Präsident der Forstdirektion Freiburg, aber auch durch seine vielseitigen Aktivitäten in zahlreichen verwandten Bereichen, hat sich Erwin Lauterwasser weit über die Grenzen der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg hinaus einen Namen gemacht. Das hohe Ansehen, das er genießt, kam in der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1990 zum Ausdruck.
Landesbetrieb ForstBW

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