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Forstpräsident i. R. Erwin Lauterwasser 90 Jahre

Am 16. Dezember vollendete Forstpräsident i. R. Erwin Lauterwasser in bewundernswerter Frische und Fitness sein 90. Lebensjahr.

Als echter Schwarzwälder in Neustadt im Schwarzwald geboren und aufgewachsen, hat er sich früh und konsequent für die Natur und den Forstberuf begeistert und damit den Grundstein für ein bemerkenswertes Berufsleben gelegt.

Nach dem Studium in Freiburg und der Großen Forstlichen Staatsprüfung 1957 begann er seine Laufbahn zunächst als 2. Beamter beim Forstamt Neustadt. Früh erfolgte eine weitere Verwendung in der Forsteinrichtung.

Leben und Wirken von Erwin Lauterwasser

Die Leitung des Forstamts Todtnau im Jahr 1966 ist ein Meilenstein in Lauterwassers beruflichem Werdegang. Als Schwarzwälder mit Leib und Seele war er in diesem bis hinauf auf den Feldberg reichenden Forstbezirk am richtigen Platz: er hat sich einen Wirkungskreis ausgesucht, dessen bestimmende Elemente Waldwirtschaft, Kulturlandschaft und Tourismus einen stimmigen Dreiklang bildeten.

Lauterwasser entwickelte eine intensive Zusammenarbeit mit den waldbesitzenden Gemeinden und betrieb die Gründung einer der ersten Forstbetriebsgemeinschaften in Baden-Württemberg. Als Mitverfasser der damaligen „Denkschrift für das Wiesental“ erkannte er schon sehr früh die Bedeutung der bäuerlichen Kulturlandschaft.

Nicht zuletzt nutzte er die vor der Tür liegenden Möglichkeiten des Schwarzwälder Wintersports. Seine Ideen und Aktivitäten in diesem Bereich sind bis heute sichtbar und präsent.

Lauterwasser erkannte schon damals die Notwendigkeit einer integrativen Umweltschutzarbeit und so ist es nicht verwunderlich, dass er mit dem Aufbau der ersten Umweltabteilung im damaligen Landwirtschaftsministerium in Stuttgart beauftragt wurde. Seine breitgefächerten Interessen befähigten ihn zu dieser fachübergreifenden Aufgabe, die allerdings nur von kurzer Dauer war.

Bereits 1973 wurde Erwin Lauterwasser mit 42 Jahren zum Präsidenten der Forstdirektion Freiburg berufen, die er bis Ende 1995 führte.

Lauterwasser erkannte die Zusammenhänge und Verflechtungen und hat sich schon damals bemüht, die Forstwirtschaft in eine breite gesellschaftspolitische Diskussion einzubinden. Hierbei kamen ihm als Netzwerker seine Kontaktfreude, sein Einfallsreichtum und seine außergewöhnlichen kommunikativen Fähigkeiten zugute.

Besondere Verdienste hat sich Lauterwasser im Rahmen der Naturschutzgebietsausweisung des „Taubergießen“ erworben. Mit Ausdauer und diplomatischem Geschick hat er die Verhandlungen mit der elsässischen Gemeinde Rhinau zu einem bis heute gültigen Vertragswerk geführt.

Lauterwassers Engagement für den Skisport

Das Bild von Erwin Lauterwasser wäre unvollständig, würde man nicht sein Engagement für den deutschen und internationalen Skisport erwähnen. Er war Vizepräsident des Deutschen Skiverbands und ist Ehrenvorsitzender des Umweltbeirats des Deutschen Skiverbands sowie Vorsitzender der Freunde des Skisports (FdS).

Sein Anliegen war es, den von ihm so geliebten Skisport mit den wachsenden Erfordernissen des Natur- und Umweltschutzes in Einklang zu bringen. Sein Rat in ökologischen Fragen ist in der FIS und damit weltweit bis heute gefragt. Die Stiftung „Sicherheit im Skisport“ (SIS), die sich insbesondere mit Umweltfragen beschäftigt, wurde von ihm mitaufgebaut und maßgeblich geprägt. Das „Modellprojekt Rohrhardsberg“ ist ein Beispiel dieser Arbeit und maßgeblich dafür verantwortlich, dass wir dort auch heute noch Auerwild beobachten und schützen können.

Nicht zuletzt sei erwähnt, dass Lauterwasser mit Freunden und Mitstreitern die Forstlichen Skiwettkämpfe auf nationaler und internationaler Ebene initiiert und begründet hat. Nachdem 1969 die ersten Wettkämpfe am Herzogenhorn ausgetragen wurden, konnte 2019 in Antholz gemeinsam mit Erwin Lauterwasser das 50-jährige Jubiläum gefeiert werden.

Durch sein Wirken als Präsident der Forstdirektion Freiburg, aber auch durch seine vielseitigen Aktivitäten in herausgehobenen Ehrenämtern, hat sich Lauterwasser weit über die Grenzen der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg hinaus einen Namen gemacht. Das hohe Ansehen, das er bis heute genießt, kam in der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1990 zum Ausdruck.

Die Forstverwaltung des Landes sowie Freunde und Kolleginnen und Kollegen der Forstdirektion in Freiburg danken Erwin Lauterwasser für eine außerordentlich konstruktive, zugleich fordernde und fördernde und damit sehr erfolgreiche Zusammenarbeit.

Martin Strittmatter