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Forstpolitisches Forum in Chemnitz

Forstpolitisches Forum in Chemnitz

Forstminister Frank Kupfer hatte am 5. Dezember 2012 in Chemnitz das 8. Forstpolitische Forum eröffnet, das unter dem Motto „300 Jahre Forstliche Nachhaltigkeit Ein Erfolgsmodell aus Sachsen“ steht. Das Forum ist der Auftakt zu einer Vielzahl von Veranstaltungen, die im Jubiläumsjahr „2013 Jahr der Nachhaltigkeit“ in Sachsen stattfinden. „Gerade angesichts des Klimawandels ist es wichtig, das Prinzip der Nachhaltigkeit in allen Bereichen des menschlichen Lebens zu verankern“, sagte der Minister. „Dazu können wir auf die Erkenntnisse der Forstwirtschaft zurückgreifen, in der die Nachhaltigkeit seit 300 Jahren ein Begriff ist und praktiziert wird. Dieses Erfolgsmodell wurde von Sachsen aus in die Welt getragen.“
Den Begriff der Nachhaltigkeit verwendete erstmals der sächsische Oberberghauptmann Carl von Carlowitz aus Chemnitz im Jahr 1713 in seinem Werk „Sylvicultura Oeconomica“. Hintergrund war der Holzmangel, der das Fortbestehen des profitablen Bergbaus und Hüttenwesens gefährdete. Der immer größer werdende Bedarf nach Holz konnte oft selbst aus entfernten Kammlagen des Erzgebirges nicht mehr bedient werden. In seinem Werk plädierte Carlowitz für eine pflegliche und kontinuierliche Waldnutzung. Holzzuwachs und Holzentnahme sollten sich die Waage halten. „Dieses Grundprinzip der forstlichen Nachhaltigkeit, nicht mehr Holz zu ernten als gleichzeitig nachwächst, ist nachvollziehbar und immer noch aktuell“, so Kupfer. „Denn der Wald ist in unserer heutigen Kulturlandschaft einer der wichtigsten Naturreichtümer sowie die Quelle des nachwachsenden Rohstoffes Holz.“
 
In Sachsen pflegen die Mitarbeiter des Staatsbetriebes Sachsenforst den Landeswald sachkundig und nachhaltig. Seit 1991 werden jährlich rund 15 000 Hektar Wald gekalkt, um die Bodenversauerung zu kompensieren. Mit dem Umbau zu stabilen Mischwäldern soll der Wald fit für den Klimawandel gemacht werden. Seit 1994 sind rund 23 000 Hektar geschafft, pro Jahr sollen weitere 1 300 Hektar hinzukommen. Der Sachsenforst berät zudem alle anderen Waldbesitzer, die unteren Forstbehörden und die Forstwirtschaft und sichert auch so die nachhaltige Nutzung aller sächsischen Wälder. „Davon profitieren unsere Bürgerinnen und Bürger, die sich in den nachhaltig bewirtschafteten sächsischen Wäldern erholen können“, sagte der Minister.

Auf der Fachtagung wurde die forstliche Nachhaltigkeit aus vielen Perspektiven betrachtet. Private Waldbesitzer, der Staatsbetrieb Sachsenforst, Vertreter von Kommunen, aus dem Naturschutz, der Holzwirtschaft sowie aus Forschung und Lehre stellten ihre Sicht auf das Thema vor. Im Jahr 2013 wird es in Sachsen mehrere Veranstaltungen zur Nachhaltigkeit geben.

SMUL

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