ABO
Forstministerin Otte-Kinast machte sich ein Bild in den NLF von den Schäden des Jahres 2018.

Forstministerin Otte-Kinast bei den NLF

Die massenhafte Vermehrung des Borkenkäfers im niedersächsischen Landeswald stand im Mittelpunkt eines Informationsbesuches von Forstministerin Barbara Otte-Kinast bei den Niedersächsischen Landesforsten (NLF) am 14. März. Im Forstamt Reinhausen machte sich die Ministerin ein Bild von der aktuellen Entwicklung, nachdem die Extremwetterereignisse den niedersächsischen Wäldern im vergangenen Jahr stark zugesetzt hatten.

Der Orkan „Friederike“ im Januar 2018, die Dürre des Extremsommers 2018 und die dadurch begünstigte Borkenkäfermassenvermehrung haben insbesondere in den Wäldern im Süden Niedersachsens schwere Schäden verursacht. Der Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, Dr. Klaus Merker, konnte gestern keine Entwarnung signalisieren, die Lage sei weiter sehr besorgniserregend und angespannt. Besondere Aktualität erfuhr der Besuch wegen der beiden Stürme „Eberhard“ und „Franz“, die die Lage in der vergangenen Woche noch einmal verschärft haben.

Fichten noch immer geschwächt

Wegen der fehlenden Niederschläge seien insbesondere die Fichten immer noch geschwächt und der milde und trockene Winter habe nicht zu einer Reduzierung der überwinternden Borkenkäfer beigetragen, erklärte Merker. Die Försterinnen und Förster der Landesforsten beobachten die Wetterlage und Entwicklung der Käfer nun genau, da mit der Bekämpfung begonnen werden müsse, sobald die Temperaturen ansteigen und die Käferaktivität zunimmt. „Eigentlich wollen wir jetzt die Tage nutzen, um die im letzten Jahr entstandenen Kahlflächen wiederaufzuforsten. Nun ist wieder neues Sturmholz zu beseitigen, langsam reicht es.“ erklärte Merker. Auch die frühen warmen Tage beunruhigen die Landesförster. „Wir freuen uns mit den Menschen über frühe Frühlingstage, aber für den Wald wäre es gerade in diesem Jahr besser, wenn es länger kühl und feucht bliebe.“ Dadurch würde die Entwicklung der Borkenkäfer gebremst, so Merker weiter.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in allen Waldbesitzarten, so auch in den Forstgenossenschaften, die von den Landesforsten betreut werden. Hier gelte es, die durch hohe Aufarbeitungskosten, geringe Holzerlöse und wegen der wiederaufzuforstenden Schadflächen durch hohe Investitionen sehr angespannte wirtschaftliche Lage, durch richtige politische Rahmensetzungen und Hilfsmaßnahmen des Landes zu entschärfen. „Die Bewältigung der Schäden gelingt nur mit einer großen Kraftanstrengung aller Waldbesitzer und Förster“, dankte Ministerin Otte-Kinast für das große Engagement. „Ich habe aber den Eindruck gewonnen, dass wir noch längst nicht über den Berg sind. Die geschilderte Lage hat mich darin bestätigt, dass wir die Waldbesitzer in der Bewältigung der Schäden und bei der langfristigen Anpassung der Wälder an den Klimawandel weiterhin stark unterstützen müssen.“

NLF

Auch interessant

von