Holzindustrie, -verbände

Forstministerin Otte-Kinast im Gespräch mit der Holzwirtschaft

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Niedersachsens Forstministerin Barbara Otte-Kinast hat am 5. Mai einen virtuellen runden Tisch mit Vertretern der Holzwirtschaft geleitet. Anlass war die aktuelle Forderung nach mehr Schnittholz und Holzwerkstoffen für den Bausektor.

An dem eineinhalbstündigen Gespräch nahmen neben einem Vertreter des Landesbeirates Holz auch Vertreterinnen und Vertreter des Holzhandels, der Sägewerke, der Zimmerei und des Holzbaus sowie der Papier- und Grillkohleherstellung teil.

Plus 300 % Nachfrage

Die derzeitige Problemlage wurde von den Beteiligten geschildert: Ausgehend von einem weltweiten Bauboom stieg die Nachfrage und mit ihr die Schnitt- und Holzwerkstoffpreise innerhalb Deutschlands in wenigen Monaten teilweise um 300 %. Gestützt wurde die Nachfragesteigerung zusätzlich dadurch, dass viele Menschen während des Lockdowns ihre Häuser und Gärten renoviert haben.

Aktuell sei die Holzversorgung der Rundholzverarbeitenden Industrie in Niedersachsen sehr gut, sodass diese unter Volllast produzieren könne. Denn noch immer seien die Waldbesitzer mit den Folgen der Extremwetterereignisse der letzten Jahre stark beschäftigt und stellen große Mengen Rundholz bereit, profitieren aber leider bisher kaum vom Preisanstieg.

Holzindustrie will keine Nutzungseinschränkungen

Die Gäste wiesen eindringlich und offenbar mit Bezug auf das kürzlich in Kraft gesetzte Forstschädenausgleichsgesetz darauf hin, dass in dieser Situation keine zusätzlichen Nutzungseinschränkungen auf die Waldbesitzer zukommen dürften. (Diese Rede ist von einer Nutzungsquote von 85 % im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2013 – 2017, ausschließlich für Fichten-Frischholz, Anm. d. Red.) Denn der Rohstoff Holz sei nicht nur in der Holzbaubranche, sondern auch bei den niedersächsischen Papier- und Grillkohleherstellern heiß begehrt.

„Holz ist der nachhaltigste und klimafreundlichste Rohstoff überhaupt. Vor allem im Holzbau, führt aus Sicht des Klimaschutzes kein Weg vorbei. Wir wollen die herausragende Bedeutung des Rohstoffes erhalten und weiter ausbauen“, betonte Ministerin Barbara Otte-Kinast.

Erfolg im Holzbau fortsetzen

Private Bauherren sollten sich von dem aktuellen Preisniveau nicht verunsichern lassen, erklärte Otte-Kinast. Im Wohnbau sei 2020 mit rund 11 % ein neuer Höchststand erreicht worden. Die Holzbauquote im Bereich des Nichtwohnbaus erreichte in Niedersachsen 2020 mit nahezu 20 % ebenfalls einen neuen Höchststand (2018: 14 %). Über den „Niedersächsischen Holzbaupreis“ sei eine positive Imagebildung gelungen, die es fortzusetzen gelte.

Quelle: ML Niedersachsen