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Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, MdL

Waldschäden in Baden-Württemberg in Höhe von 100 Mio. €

Der baden-württembergische Forstminster Peter Hauk stellte am 19. März die Borkenkäfersituation und Maßnahmen im Kabinett vor. Allein für Baden-Württemberg werden für das Jahr 2019 Schäden für die Waldbesitzer in einer Größenordnung von rund 100 Mio. € prognostiziert. Er sendete einen dringenden Appell an die Waldbesitzer, Fichtenwälder laufend zu kontrollieren.

„Ausgehend vom extremen Dürre-Sommer 2018 und verschärft durch teils gravierende Sturm- und Schneebruchschäden im laufenden Jahr haben die Borkenkäfer die Wälder in Mitteleuropa fest im Griff. Unsere Forstexperten prognostizieren allein für Baden-Württemberg für das Jahr 2019 Schäden für die Waldbesitzer in einer Größenordnung von rund 100 Mio. €. Mit einem intensiven und konsequenten Waldschutzmanagement sowie zusätzlichen Fördermöglichkeiten werden wir der drohenden Käferkatastrophe bestmöglich begegnen“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL am 20. März in Stuttgart. Hauptprobleme neben der eigentlichen Käfervermehrung seien die durch das Überangebot an Schadholz überfüllten Holzmärkte und das Fehlen von Frachtkapazität für Rundholztransporte.

Bereits jetzt zeichne sich ab, dass sich die Waldschutzsituation im Verlauf des Jahres aller Voraussicht nach weiter verschärfen werde. Aktuell sei mit rund 185.000 Fm verbuchtem Käferholz über alle Waldbesitzarten hinweg etwa die fünffache Schadholzmenge angefallen wie zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Damals seien es 37.000 Fm gewesen. Das Sturmtief  „Eberhard“ von Anfang März 2019 habe für schätzungsweise 500.000 Fm Sturmholz gesorgt. In vielen Wäldern habe nasser Schnee gravierende Bruchschäden verursacht. „Große Mengen an bruttauglichem Material in Verbindung mit Hitze und Trockenheit spielen dem Käfer in die Karten“, erklärte Minister Hauk.

„Die Waldbesitzer sind in einem Dilemma. Die Borkenkäfer fressen ihnen unkontrolliert und im großen Stil die wertvollen Nadelholzbestände kaputt. Das dabei anfallende Käferholz müsste eigentlich rasch verkauft und aus dem Wald gefahren werden um weitere Schäden zu vermeiden. Das gibt der angespannte Markt allerdings nicht her. Im Wald verbleibende und unverkäufliche Holzpolter entwickeln sich so zu einer hohen Gefährdungslage“, erklärte der Forstminister. Bewährte Mechanismen der Bewältigung wie Entrindung, frühzeitige Abfuhr, Konzentrierung von Aufarbeitungskapazitäten, Holzlagerung seien teilweise nur eingeschränkt. Hauk habe bereits der Verlängerung des Einschlagsstopps für frisches Nadelstammholz im Staatswald bis auf weiteres zugestimmt. Dies entlaste die Märkte.

Hauk stellt Vorgehensweise im Kabinett vor

„Es müssen insgesamt Maßnahmen ergriffen werden, mit denen die Waldbesitzer bei der Bewältigung der Schäden und insbesondere der dringend notwendigen präventiven Maßnahmen unterstützt werden. Darüber hinaus müssen im Hinblick auf den fortschreitenden Klimawandel und dessen gravierende Auswirkungen auf die Wälder die forstliche Klimafolgenforschung und die Wald-Klimaberatung intensiviert werden“, erklärte der Minister.

Zusätzlich zu den bewährten Fördertatbeständen müssten neue Maßnahmen kurzfristig eingeführt werden. So werde ab sofort das Hacken käferbruttauglicher Gipfelstücke und schwachen Stammholzes, insbesondere bei fehlender Vermarktbarkeit, durch das Land gefördert. „Wir rechnen in kommenden Jahren mit einem finanziellen Mehrbedarf in Höhe von rund zehn Mio. € jährlich, die im Doppelhaushalt 20/21 abgebildet werden müssen“, sagte Hauk. Dabei sollen keine Schäden ausgeglichen werden, sondern die Waldbesitzer ausschließlich bei Präventionsmaßnahmen und der Wiederbewaldung unterstützt werden.

„Es muss uns gelingen, dem Käfer auf großer Fläche Brutmaterial zu entziehen. Eine gründliche Kontrolle der Waldbestände steht dabei am Anfang jedes Handelns. Verantwortungsbewusste Waldbesitzer müssen ihre Fichtenbestände jetzt und bis in den September hinein laufend alle ein bis zwei Wochen kontrollieren. Dort, wo Sturm- und Schneebruchschäden vorhanden sind, ist besondere Vorsicht geboten“, betonte Hauk. In Zweifelsfällen sei Rat beim zuständigen Förster einzuholen.

 

MLR

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