Waldschutz

Forstliches Umweltmonitoring bekommt Schlüsselstellung

Bearbeitet von Carolin Föste

In seinem jüngsten Gutachten hat der Wissenschaftliche Beirat zur Waldpolitik der Bundesregierung dem forstlichen Umweltmonitoring eine Schlüsselstellung in den Anpassungsstrategien zum Klimawandel zugeordnet. Dieses solle zu einem umfassenden Instrument der Risikoanalyse werden. Auch ThüringenForst hat eine entsprechende Datenanalyse jüngst ausgewertet. Die Ergebnisse der diesjährigen Waldzustandserhebung lassen Waldinteressierte ein klein wenig aufatmen.

Die erkennbare Entwicklung: Der Anteil gesunder Bäume sei in Thüringen um 5 % auf nunmehr 20 % angestiegen. Der Anteil stark geschädigter Bäume ging um 9 % auf 46 % zurück. Der Freistaat sei auf einem guten Weg, berichtet ThüringenForst in einer aktuellen Pressemitteilung und erläutert die beim forstlichen Umweltmonitoring anfallenden Aufgaben.

Immer bessere Daten und mehr Wissen über den Wald

Neben der jährlichen Stichprobe gäbe es zahlreiche weitere Erhebungen im mehrjährigen Rhythmus. Diese werden durch permanente Messungen flankiert, die täglich Erkenntnisse über die etwa 330 Millionen Bäume in Thüringen liefern. Die Datengrundlagen zum Schutz, zum Erhalt und zur Förderung des Waldes im Freistaat nehmen dadurch stetig quantitativ wie qualitativ zu.

„Die laufende Überwachung verschiedener Indikatoren der Waldökosystementwicklung ist für Forstwissenschaftler wie Forstpraktiker von hoher Wichtigkeit. Die Erkenntnisse kommen allen Waldbesitzenden zugute, aber natürlich auch anderen Fachverwaltungen, der Politik sowie der interessierten Öffentlichkeit“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Eines der wichtigsten Monitoringprogramme seien die jährliche Waldzustandserhebung und Waldzustandsbericht.

Forstliches Umweltmonitoring begutachtet auch Bodenzustand

Seit 1984 wird der Zustand des Waldes in vielen Ländern Europas erhoben, seit 1991 auch in Thüringen. Im 10-jährigen Turnus erfolgt in allen Bundesländern die Bundeswaldinventur, im 15-jährigen Turnus die Bodenzustandserhebung. Während die Bundeswaldinventur, deren vierte Erhebung in Thüringens Wäldern derzeit läuft, forstliche und ökologische Walddaten z. B. zur Waldfläche, zum Baumalter oder zum Holzvorrat, stichprobenartig erhebt, fokussiert sich die Bodenzustandserhebung auf den Zustand der Waldböden. Die dritte Bodenzustandserhebung (BZE III) startet in wenigen Monaten im Freistaat. Aus den Ergebnissen lassen sich Erkenntnisse zur Nährstoffausstattung, zum Grad der Bodenversauerung oder zur Kohlenstoffspeicherung ableiten.

Waldschutz heißt zu überwachen und zu handeln

Ein besonderes Augenmerk sei außerdem auf die Waldschädlinge gerichtet: Im monatlichen Waldschutzmeldedienst werden landesweit Schäden durch Insekten, Mäuse und Pilze sowie Sturm, Feuer und Dürre überwacht.

Neben dieser reinen Erfassungsstatistik erfolge ein zusätzliches Waldschutzmonitoring. Wird die Überschreitung von Populationsgrenzwerten etwa beim Eichenschädling Schwammspinner (Lymantria dispar) diagnostiziert, werden Prognosen zur Schadentwicklung, zum Schadpotenzial und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen erstellt. Der Waldschutz überwache neben heimischen Schädlingen auch Quarantäneschädlinge, wie etwa den Asiatischen Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis).

Im dreijährigen Turnus werden die Schäden durch Wildverbiss und Schäle erhoben. Insbesondere Rot-, Reh- und Muffelwild beeinträchtigt bei überhöhten Wilddichten das Wachstum von Waldbäumen sowie ihr Mischungsverhältnis. Die Ergebnisse finden Eingang in die Wild-Abschusspläne der Jagdpächter bzw. der Jagdausübungsberechtigten. So werde durch das forstliche Umweltmonitoring neben der Flora auch der Standort und die Fauna des Habitats mit abgebildet.

Quelle: ThüringenForst