Forstbetrieb Kulturen

Forstliches Saatgut: Hoffnung auf Mischbestände mit Vogelkirsche

Bearbeitet von Carolin Föste

In den vergangenen Wochen hat Wald und Holz NRW Kirschen auf landeseigenen forstlichen Saatgutplantagen geerntet. Die Vogelkirschen sollen helfen, entstandene Kahlflächen wieder aufzuforsten. Dort nehmen sie eine wichtige Rolle in Mischbeständen ein.

2021 sei die Ernte des forstlichen Saatguts insgesamt gering ausgefallen, aktuell hoffe man für alle Baumarten auf eine gute Erntesaison im Herbst 2022, berichtet Wald und Holz NRW. Die Vogelkirsche konnte bereits mit Erfolg abgeerntet werden und gibt Hoffnung.

Seltenere Baumarten sind wichtig für klimastabile Wälder

„Insbesondere Samen für Eiche, Douglasie, Küstentanne, Weißtanne und Lärche sind gefragt“, sagt Johannes Jesch. Er ist Förster und zuständig für die forstliche Saatgutstelle im Zentrum für Wald und Holzwirtschaft. Diese Baumarten gelten als besonders klimastabil und daher wichtig für die Herausforderung der Wiederbewaldung nach Klima- und Borkenkäferschäden.

Aber auch die Vogelkirsche nehme als seltenere Baumart im Wald eine wichtige Position ein und trage zu der Begründung neuer klimastabiler Wälder bei. Denn Kirschen haben einen festen Platz in Wäldern auf nährstoffreichen Böden, so die Experten von Wald und Holz NRW. Dort bilden sie stabile Bestände, gemeinsam mit Eiche und Ahorn. Das Holz der Kirsche sei außerdem hochwertig und wichtig für die Möbelindustrie.

Pflege von forstlichen Saatgutplantagen

Die Vogelkirschenplantage, auf der nun Bäume zur Ernte geschüttelt wurden, wurde in den 90iger-Jahren begründet und sei für den Erhalt der forstlichen Genressourcen wichtig. Die Pflege und der damit verbundene Rückschnitt rege die Fruchtproduktion an.

Nun konnte Wald und Holz NRW die Plantage abernten. „Hier müssen wir sehr vorsichtig sein, um die Bäume nicht zu verletzten“, so der Forstwirtschaftsmeister Martin Ebel, der mit seinen Kollegen bei der Ernte im Einsatz war. Er bedient einen Exzenter-Rüttler, der die Früchte schonend von den Bäumen geholt hat. Die Kirschen fallen bei der Ernte auf Netze. So können die Forstleute diese einfach einsammeln.

Forstliches Kirschen-Saatgut getrocknet
Die Kirschkerne wurden vom Fruchtfleisch getrennt, dann getrocknet und können bei einer Restfeuchte von 8-10 % im Kühlhaus eingelagert oder vermarktet werden.
Foto: C. Kenter, Wald und Holz NRW

Kirsch-Saatgut muss frisch verarbeitet werden

Im Anschluss werde das Saatgut möglichst schnell gereinigt und vom Fruchtfleisch getrennt. Das sei notwendig, damit die Früchte nicht gären. Die Kirschkerne werden dann sortiert und bis auf eine Restfeuchte von maximal 10 % getrocknet. Auch die Keimfähigkeit werde pro Kilogramm forstlichen Saatguts bestimmt. Die Forstleute können die Mengen des benötigten Saatguts dann besser für die Wiederbewaldung der Kalamitätsflächen abschätzen und weitere Maßnahmen planen.

Quelle: Wald und Holz NRW