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Forstlicher Versuchsgarten Grafrath: Neue Kunstwerke bieten nachhaltigen Eindruck

Forstlicher Versuchsgarten Grafrath: Neue Kunstwerke bieten nachhaltigen Eindruck

Sieben Kilometer nördlich des Ammersees befindet sich eine wahre dendrologische Schatztruhe: der „Welt.Erlebnis.Wald“ im Forstlichen Versuchsgarten Grafrath. Auf 34 ha können Besucher über 200 fremdländische Baum und Straucharten erwandern. Mammutbäume, Western Red Cedar, Japanische Flügelnuss, Baumkraftwurz, Schindelborkige Hickory, Ponderosa-Kiefer und vieles mehr finden sich im Garten, oft nicht nur als Einzelbaum, sondern in Gruppen oder kleinen Misch- oder Reinbeständen.
Nun hat der Versuchsgarten eine neue Attraktion: Pünktlich zum Jahr der Nachhaltigkeit im Jahre 2013 schufen Schülerinnen und Schüler der zweiten Fachklasse der Städtischen Berufsfachschule für das Holzbildhauerwerk aus München, Kunstwerke zum Thema „Nachhaltigkeit“. Mit ihren vielfältigen Arbeitsmitteln, wie Stechbeitel und Motorsäge, verwandelten die Schülerinnen und Schüler das Holz in kleine und große Kunstwerke.
Das vom Forstlichen Versuchsgarten gestellte Rohholz aus verschiedenen heimischen und fremdländischen Baumarten, wie zum Beispiel Linde, Douglasie, Tulpenbaum, Scheinzypressen und Riesenlebensbaum, wurde innerhalb von zwei Wochen in grobe Formen geschnitten und anschließend immer mehr verfeinert, sodass schon zum Ende der ersten Woche erste Umrisse der zukünftigen Werke zu sehen waren.
Es entstanden beeindruckende Skulpturen, die zum Teil einen hohen symbolischen Wert aufweisen. Eine Künstlerin schuf einen großen Holzkopf, in dessen Mund ein dickes Bündel von Strahlen verschwindet. Dieser soll, laut der Künstlerin, darstellen, dass die Menschen nie genug bekommen können und alles, ob Rohstoffe oder Nahrung, verschwenderisch in sich hineinstopfen, so dass für andere Menschen auf dem Planeten immer weniger vorhanden ist.
Zum Ende der zwei Wochen führten die Künstler in Kooperation mit dem Team von „Welt.Erlebnis.Wald“ des Versuchsgartens eine Abschlussveranstaltung mit Vernissage durch. Die Künstler zeigten den Besuchern bei einer Führung die geschaffenen Kunstwerke und erläuterten ihre Gedanken zu ihren Werken.
Die Kunstwerke bleiben wie die Kunstwerke, welche bei einer ähnlichen Aktion im Jahr 2006 geschaffen wurden, bis zu ihrem natürlichen Zerfall im Garten stehen und können von Interessierten Besuchern auf eigene Faust entdeckt werden. Aber man muss schon mit offenen Augen durch den „Welt.Erlebnis.Wald“ wandeln, um wirklich alles Alte und Neue zu entdecken.
Sebastian Blaschke/LWF

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