Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Grube kennzeichnet schon länger die maximale Zugleistung seiner Umlenkrollen, Baumzugseile und Rundschlingen mit Farben: Grün steht für 2,5 t, Gelb für 4,5 t, Rot für 6,0 t und Blau für 8,5 t

Das Rückeseil reißt zuerst

Wenn Rundholz mit der Seilwinde über den Waldboden gezogen wird, spricht man vom Bodenzug. In der Regel benötigt man dafür Stahl- oder Kunststoffseile, Umlenkrollen und Anschlagmittel – und natürlich eine Forstseilwinde mit ausreichender und vor allem bekannter Zugkraft. Diese technischen Komponenten müssen aufeinander abgestimmt sein, damit sie beim Arbeiten nicht versagen oder brechen. Alle Bauteile müssen unbedingt der maximalen Zugkraft der Forstseilwinde standhalten.

Sicherheitsanforderungen für Anschlagmittel

Damit die einzelnen Komponenten zweckmäßig – also nicht zu schwach oder zu stark – ausgelegt sind, gibt es seit zwei Jahren ein Norm: die DIN 30754 – „Forstmaschinen – Sicherheitsanforderungen für Anschlagmittel im forstlichen Bodenzugverfahren“.

Sie regelt, dass das Seil als schwächstes Glied im Seilzugsystem bei einem Versagen als erstes reißt. Würde zuerst das Verbindungsglied zwischen Seil und Last versagen – das Anschlagmittel – verbliebe ein Rest davon am Seil. Die unkontrolliert frei werdende Kraft und der mögliche Schaden wären dann bedeutend größer, als wenn „nur“ das Seil reißen würde.

Für die Konstruktion durch den Hersteller gibt die DIN 30754 hierzu einen Sicherheitsfaktor vor, also eine Versagensreserve. Dieser Sicherheitsfaktor ist beim Seil geringer als bei den Anschlagmitteln. Ein Sicherheitsfaktor 2 bedeutet beispielsweise, dass erst beim Zweifachen der möglichen maximalen Kraft mit einem Versagen durch Erreichen der Mindestbruchkraft zu rechnen ist.

Was ist die Forest Tractive Force?

Die DIN 30754 hat zudem die Bezeichnung „FTF“ (ForestTractiveForce = forstliche Zugkraft) für die Beschreibung der geeigneten forstlichen Arbeitslast im Bodenzug eingeführt. Die mit FTF gekennzeichneten Komponenten sind aufeinander abgestimmt und eindeutig vom Anwender zuordenbar. Eine mit „FTF-6-Tonnen“ gekennzeichnet Umlenkrolle ist damit sofort als geeignet für den Betrieb mit einer 6-t-Forstseilwinde erkennbar.

Anschlagmittel ohne Kennzeichnung gehören ausgemustert

Die Verwendung von Anschlagmitteln ohne Kennzeichnung ist seit jeher kritisch zu sehen, da ihre technische Auslegung bzw. ihre Haltbarkeit nicht ersichtlich ist. Sie gehören daher ausgemustert! Sind auf den alten Anschlagmitteln ohne FTF-Kennzeichnung eindeutig zuordenbare Angaben zur technischen Auslegung vorhanden, können diese bis zur Ablegereife weiter verwendet werden. Da die Ablegereife der stark verschleißenden Seilsystemkomponenten in professionellen Forstdienstleistungsunternehmen zügig erreicht wird, ist von einer raschen Verbreitung der gekennzeichneten Anschlagmitteln auszugehen. Die Tage ohne FTF-Kennzeichnungen sind gezählt.

Ein Rechenbeispiel

Beispiel zur technischen Auslegung nach DIN 30754
Beispiel zur technischen Auslegung nach DIN 30754 SVLFG

SVLFG

Auch interessant

von