Waldschutz

Forstleute, Polizei und Feuerwehren: Einsatz gegen Waldbrände

Bearbeitet von Carolin Föste

Waldbrände versetzen Forstleute aktuell in Sorge über ihre Wälder. Der Klimawandel führt zu langanhaltender Trockenheit – brennt es erst einmal, sind Einsatzkräfte und Wälder in Gefahr. Zur aktuellen Lage, weltweit und in Deutschland.

Die Nachrichten und der Feed sind voll davon: Waldbrände. Was klingt, wie ein in den Sommermonaten natürlicherweise wiederkehrendes Thema, ist in diesem Jahr ein beunruhigendes. Denn Waldbrände nehmen zu, immer öfter liest man von Waldbränden, die über Tage hinweg „außer Kontrolle“ sind. Experten warnen schon seit langer Zeit vor den Gefahren. Die einzig gute Nachricht: Das Wissen über gefährdete Gebiete kann mit den richtigen Maßnahmen vor Brandausbrüchen schützen.

Gefährlicher Einsatz gegen Waldbrände

Ob durch Funkenflug oder Trockenheit am Waldboden: Weltweit, aber auch gerade in Europa, in Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Griechenland, sind landwirtschaftliche Flächen, Böschungen und nicht zuletzt die Wälder von zu viel Trockenheit im Klimawandel belastet. Das Resultat sind vermehrte Waldbrände, die die Natur, Einsatzkräfte und Anwohnerinnen und Anwohner gefährden. Der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet in einem aktuellen „kontrovers – die Story“-YouTube-Video, was im Kampf gegen bayerische Waldbrände geleistet wird:

Feuerwehrmann aus Schweinfurt, Franzisko Hutzler, wird gerufen, wenn es brennt. Er alarmiert Kolleginnen und Kollegen, die am Waldboden Löscharbeit leisten, vom Flugzeug aus über den Zustand der Waldbrände, damit sie nicht durch die Flammen gefährdet oder sogar eingeschlossen werden. Allein 2022 wurden die Einsatzkräfte schon 15-mal gerufen. Hutzler kommentiert: „Wenn man die letzten Jahre zurückblickt, wird das immer mehr.“

Waldbrandprävention leisten außerdem Forstleute. Karl-Georg Schönmüller, Förster und Leiter des Forstbetriebs Würzburg, überwacht Daten über die Wasserspeicher des Waldes. Damit will er einschätzen können, wann der Wald zu viel Trockenheit erleidet, „um mit unserem Waldbau und unseren Maßnahmen reagieren zu können.“ Mittlerweile liege die durchschnittliche Anzahl von Tagen mit hoher Waldbrandgefahr in Bayern nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bei 38 Tagen im Jahr.

Zum BR24-Video:

Video-Beitrag „Im Flugzeug gegen die Flammen“: www.youtube.com/watch?v=Sxt8ZKhHIx8

Waldbrandsituation in Deutschland und Tschechien

In Deutschland waren 2022 bereits mehrere Bundesländer von Waldbränden betroffen, einige davon mehrfach. Sachsen, Brandenburg, Bayern und weitere. Dresden ist seit einigen Tagen von Rauchschwaden geplagt, die der Ostwind von Waldbränden aus Nordtschechien herübertreibt. Diese sind bereits am Sonntag ausgebrochen.

Die Brände haben sich seitdem im nahegelegenen Nationalpark Sächsische Schweiz im Osten Deutschlands weiter ausgebreitet. Touristische Attraktionen wie das Elbsandsteingebirge sollen gemieden werden. Im Landkreis Elbe-Elster im Süden Brandenburgs stehen rund 850 ha Wald in Flammen, vorwiegend als Kronenbrand. Das berichtete der Funktionsförster für Waldbrandschutzbeauftragte Brandenburgs, Philipp Haase, gegenüber der tagesschau. Die Kombination aus zirkulierenden Winden durch Gewitter mit Trockenheit erschweren die Löscharbeiten, so Markus Grünewald, Innenministerium Brandenburg. Die Bundeswehr ist mit Hubschraubern im Einsatz und nutzt Löschwasser aus der Elbe.

Waldbrände in den USA

Da die Flammen in sehr trockenen Regionen der Erde oftmals über Tage und Wochen nicht unter Kontrolle zu bringen sind, müssen immer wieder Ortschaften evakuiert werden. Neben ganzen Wäldern sind in diesem Jahr auch Menschen durch Waldbrände ums Leben gekommen.

Besonders verheerend ist die aktuelle Lage in den USA. In Kalifornien haben sich die Waldbrände des Yosemite-Nationalparks bereits auf über 6.000 ha ausgebreitet. Das Feuer ist noch immer nicht unter Kontrolle.

In Ländern, die sehr waldbranderfahren sind, wie die USA, aber auch in Deutschland gibt es bereits Ansätze, Einsatzkräfte und Forstleute zusammenzubringen. Gemeinsam will man sich darüber austauschen, wie gegen Waldbrände angekämpft werden kann. Auch vorbeugende waldbauliche Maßnahmen werden dabei vermittelt. Das Projekt „Waldbrand-Klima-Resilienz“ (WKR) leistet entsprechende Aufklärungsarbeit und war als durch den Waldklimafonds gefördertes Projekt auch auf der INTERFORST in München anwesend, um das Bewusstsein für die zunehmende Trockenheit unter den Akteuren im und um den Wald weiter zu schärfen.

Mit Material von: BR24, tagesschau