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Die Bundeswehr unterstützt die Forstleute bei der Bekämpfung der Borkenkäferschäden.

Forstleute erhalten Unterstützung durch die Bundeswehr

Die Dürre und die Trockenheit lässt die Verbreitung des Borkenkäfers massiv in die Höhe schnellen. Um die befallene Bäume frühzeitig zu erkennen und Kahlflächen weitestgehend zu verhindern, bekommt die Forstleute aus Rheinland-Pfalz  jetzt Unterstützung durch die Bundeswehr.

Rund 100 Soldatinnen und Soldaten helfen ab dem 14. Mai für zunächst zwölf Wochen den Forstleuten bei ihrer Aufgabe, den massiven Borkenkäferbefall einzudämmen. „Der Wald kann wirklich jede Hilfe akut gebrauchen. Durch die Klimakrise breitet sich der Borkenkäfer rasant aus, auch andere Baumkrankheiten sind wegen der vergangenen beiden trockenen Jahre auf dem Vormarsch. Ein dritter Dürre-Sommer in Folge wäre katastrophal. Deshalb bedanke ich mich bei der Bundeswehr, dass sie unseren Forstleuten hilft, dem Wald zu helfen“, sagt Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken. Um die Ausbreitung des Borkenkäfers so gut es geht einzudämmen, ist es wichtig, befallene Bäume früh zu erkennen. Deshalb müssen diese so schnell es geht identifiziert und aus dem Wald geschafft werden. So verhindern die Forstleute, dass von den befallenen Bäumen ein Ansteckungsrisiko für noch gesunde Bäume ausgeht.

Befallsanzeichen frühzeitig erkennen

Nun bekommen die Forstleute von Landesforsten Rheinland-Pfalz Unterstützung der Bundeswehr, um befallene Bäume zu erkennen und zu markieren. Dabei durchstreifen sie die Wälder in Hunsrück, Eifel und Westerwald und halten nach roten Nadeln, Bohrmehlhäufchen an den Stämmen sowie nach Harzfluss an der Borke Ausschau. Dies sind jeweils Anzeichen für einen Befall. Anschließend werden die Bäume gefällt und nach Möglichkeit schnellstens aus dem Wald gebracht. Ansonsten könnten sich die Käfer im frischen Holz gut vermehren und damit weitere Fichten attackieren.

Platz- und Transportproblem

Dabei ergibt sich allerdings ein Platz- und ein Transportproblem: Es stehen weder genug Fahrzeuge zur Verfügung, die das Holz aus dem Wald bringen, noch gibt es genug Lagerfläche für die notgeernteten Bäume. Eine Lösung ist, das Holz zu entrinden. Denn unter der Borke frisst und vermehrt sich der Borkenkäfer – wird die Borke rechtzeitig entfernt, vertrocknen die Larven und die noch nicht fertig ausgebildeten Jungkäfer. Genau da setzt nun die Unterstützung durch die Truppe an: Mit einem Schälmesser befreien die Soldatinnen und Soldaten die gefällten Bäume von der Rinde und helfen so, einen weiteren Borkenkäferbefall einzudämmen.

Crash-Kurs im Borkenkäfer-Monitoring

Um weder gesunde Bäume zum Fällen zu markieren oder wertvolles Holz zu beschädigen, absolvierten die Soldatinnen und Soldaten eine Art Crashkurs in Sachen Borkenkäfer-Monitoring und arbeiten im Wald eng mit fachkundigen Forstleuten zusammen. „Ist der Wald erst einmal weg, fehlen auch all seine positiven Funktionen für das Klima, den Arbeitsmarkt, die Artenvielfalt und als Raum zur Erholung. Deshalb ist es wichtig, noch gesunde Bäume zu schützen“, so Umwelt- und Forstministerin Höfken. Das Landeskommando Rheinland-Pfalz hat die Amtshilfe durch die Bundeswehr ermöglicht. Dessen Kommandeur, Oberst Erwin Mattes sagt: „Soldatinnen und Soldaten, die in unserem Bundesland stationiert sind, leisten ab heute Hilfe vor Ort“.

 

Lesen Sie hier, wie groß der Schaden für Borkenkäferbefall in Rheinland-Pfalz in den Vorgängerjahren 2018 und 2019 war. 

Im Infoportal der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft (LWF) in Freising, finden Sie mehr Infos zum Borkenkäfer

 

 

Hintergrund:

Wegen des Borkenkäferbefalls mussten in den Jahren 2018 und 2019 so viele Bäume wie noch nie notgeerntet werden – insgesamt 3,5 Millionen. Das entspricht rund 3,05 Festmetern Fichtenholz. Auch dieses Jahr sieht es nicht besser aus – bereits jetzt ist eine Millionen Festmeter Schadholz angefallen. Die Schwerpunkte liegen dabei in Westerwald, Hunsrück und Eifel.

Quelle: MUEEF RLP

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