ABO
Der Bund Deutscher Forstleute fordert von der neuen Bundesregierung die Einrichtung eines Bundesamtes für den Wald.

Forstleute bekommen mehr Geld

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) als Mitglied der Bundestarifkommission des dbb beamtenbund und tarifunion (dbb) hat am 3. März dem Ergebnis der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder zugestimmt. Das lineare Gesamtvolumen beträgt 8 %. Mit dieser Einigung konnte Anschluss an die allgemeine Einkommensentwicklung gehalten werden. 

Erst im letzten Augenblick hatte die Arbeitgeberseite einen eigenen Vorschlag unterbreitet und damit einen Arbeitskampf nach mehr als zähen Verhandlungen in letzter Sekunde verhindert. Durch die Koppelung des TV-Forst an das Tarifergebnis des TV-L profitieren auch die Forstwirte im Landesdienst von dieser Einkommenserhöhung. Für den BDF ein besonders wichtiger struktureller Erfolg ist die nun deutliche Verbesserung der Eingruppierungsmöglichkeiten der Forstleute über die Entgeltgruppe 10 hinaus.

„Wir haben mit dieser Einigung Anschluss an die allgemeine Einkommensentwicklung gehalten und gleichzeitig einen Frontalangriff der Länderarbeitgeber auf die Grundlagen der Entgeltordnung abgewehrt“, kommentierte der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach das Verhandlungsergebnis zwischen Gewerkschaften und Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) am 2. März in Potsdam. Die TdL-Forderung nach ‚Neubewertung des Arbeitsvorgangs‘ klingt vielleicht harmlos, hätte aber flächendeckend zu einer zum Teil deutlich schlechteren Eingruppierung für die Beschäftigten geführt.“ Das hätte jede lineare Erhöhung aufgefressen. Das konnten die Gewerkschaften verhindern.“

Die Ergebnisse im Einzelnen

Das Gesamtpaket der Einigung bezeichnete Silberbach als „den sprichwörtlichen ehrlichen Kompromiss“. „Auf der Habenseite stehen das lineare Gesamtvolumen von 8 % und die vollständige Durchsetzung der Gewerkschaftsforderungen bei den Auszubildenden. Letzteres freut mich insbesondere für die jungen Forstleute“, so der BDF Bundesvorsitzende Ulrich Dohle.

Allerdings mussten die Arbeitnehmervertreter auch schmerzhafte Zugeständnisse vor allem bei der Vertragslaufzeit und beim Thema „stufengleicher Aufstieg“ machen. Letzteres ist beim Bund und den Kommunen längst vereinbart, aber mit der TdL war mehr Zukunft an dieser Stelle leider nicht durchzusetzen. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Anhebung der Tabellenentgelte in drei Schritten um 3,2 % (1. Januar 2019), 3,2 % (1. Januar 2020) und 1,4 % (1. Januar 2021). Bis zum 1. Januar 2021 mindestens um insgesamt 240 € (Laufzeit 33 Monate)
  • Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikantenentgelte in zwei Schritten um 50 € (1. Januar 2019) und 50 € (1. Januar 2020)
  • Zukünftige Eingruppierung der Beschäftigten im Forstdienst über den Teil I „Allgemeine Tätigkeitsmerkmale“ über die Entgeltgruppe 10 hinaus

„Insbesondere der letzte Punkt ist ein echter struktureller Mehrwert, um den die tarifbeschäftigten Forstleute bereits seit sehr vielen Jahren hart gekämpft haben“, freute sich der Vertreter der Angestellten im BDF, Sven Kühnast.

Nicht zuletzt dieses Thema und die damit verbundenen hohen Erwartungen hatten dazu geführt, dass sehr viele Forstleute in dieser Einkommensrunde auf die Straße gegangen sind und in vielen Städten Deutschlands an Warnstreiks und Kundgebungen teilgenom-men haben.

„Die Aktionsfähigkeit unserer Mitglieder hat mich beeindruckt und wirklich sehr gefreut! Für uns als BDF und als Fachgewerkschaft im dbb ist aber völlig klar, dass die Landesregierungen jetzt in der Pflicht sind, das Volumen des Abschlusses zeit- und systemgerecht auf die Landes- und Kommunalbeamten sowie Versorgungsempfänger zu übertragen. Erst dann ist die Einkommensrunde 2019 abgeschlossen“, so BDF Bundesvorsitzender Dohle abschließend.

BDF

Auch interessant

von