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Forstkammer fordert Wirtschaftsförderung im Wald

„Es ist erfreulich, dass die Landesregierung die Bedeutung des Kleinprivatwaldes in Baden-Württemberg anerkennt“, betont Roland Burger, Präsident der Forstkammer, die Äußerungen von Forstminister Köberle bei dessen Ortstermin in Horgenzell am 17. Januar. „Wir müssen sehr unterschiedliche Situationen im Land bei der Privatwaldpolitik berücksichtigen müssen. Es müssen aber auch die Mittel bereitgestellt werden, um den Kleinprivatwald zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Derzeit werden aber sowohl Fördermittel als auch Beratungspersonal tendenziell zurückgefahren“, kritisiert der oberste Vertreter der privaten und kommunalen Waldbesitzer im Land.
Nachdem die staatliche Unterstützung seit Jahren rückläufig ist, müsse zukünftig wieder ein stärkerer Fokus auf der Wirtschaftsförderung im Wald gelegt werden, beispielsweise durch die Unterstützung klimaresistenter Nadelbaumarten und die Verbesserung der Holzlogistik. Diese Ziele müssten auch bei der Weiterentwicklung der Europäischen Agrarpolitik entsprechend berücksichtigt werden.
„Wir müssen auch differenzieren, wenn es um die Zielsetzung der Unterstützung kleinerer Waldbesitzer geht“, erläutert Burger. „Bei Betrieben ab einer gewissen Größe müssen wir schon aufgrund kartellrechtlicher Vorgaben weiterhin das Ziel der Eigenständigkeit verfolgen“, so der Waldbesitzer-Präsident. Die sehr kleinen Waldbesitzer bräuchten hingegen eine dauerhafte Unterstützung bei der Pflege ihrer Wälder und für die Mobilisierung des Holzes. Hierfür müssten auch zukünftig entsprechendes Personal und Mittel bereitgestellt werden. „Konkrete Modelle hierfür erarbeiten wir derzeit in einer landesweiten Studie. Mit den Ergebnissen wollen wir in der nächsten Legislaturperiode in eine breite Debatte über die zukünftige Kleinprivatwaldpolitik in Baden-Württemberg einsteigen“, kündigte Burger an. „Die Waldbesitzer leisten viel für die Gesellschaft. Diese Leistung muss zukünftig wieder angemessen honoriert werden.“
Zur Information:
Die Forstkammer Baden-Württemberg vertritt die Interessen der privaten und kommunalen Waldbesitzer des Bundeslandes. In ihrem Eigentum sind ¾ der Waldfläche von Baden-Württemberg, insgesamt über 1 Million Hektar. Um die Grundlagen für die zukünftige Kleinprivatwaldpolitik zu verbessern, erarbeitet die Forstkammer Baden-Württemberg derzeit ein Projekt zur Situation der privaten Waldbesitzer in den 35 Landkreisen. Ziel der Studie sind Erkenntnis über die naturale und strukturelle Situation des Waldbesitzes sowie die Erarbeitung unterschiedlicher Instrumente zu dessen zukünftiger Unterstützung. Das Projekt wird gefördert aus Mitteln der Förderrichtlinie Cluster Forst und Holz des Ministeriums für den Ländlichen Raum, die durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wird. Die Ergebnisse der Studie sollen im April dieses Jahres vorliegen.

 

 
Forstkammer B-W

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