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Forstkammer Baden-Württemberg begrüßt Ende der Strukturdebatte

Das baden-württembergische Forstreformgesetz wurde heute (15.5.2019) in der 91. Plenarsitzung des Landtags beschlossen. Damit ist der wichtigste Meilenstein auf dem Weg zu neuen Forststrukturen im Land erreicht.

„Es ist gut, dass nun endlich Klarheit herrscht“, bewertet Roland Burger, Präsident der Forstkammer Baden-Württemberg die Entscheidung des Parlaments, „darauf haben 240.000 private und kommunale Waldeigentümer seit Monaten gewartet.“ Die Forstkammer sieht in dem Gesetz eine solide Grundlage für die künftigen Forststrukturen. Einige Punkte sehen die Waldeigentümer im Land aber sehr kritisch. Die Aussicht auf ein Ende des Reformprozesses lasse hoffen, dass der Fokus nun wieder verstärkt auf die drängenden forstpraktischen Herausforderungen gerichtet werden kann.

Beteiligungsverfahren seit 2017

Dass es aufgrund des Kartellverfahrens und neuer bundesgesetzlicher Regelungen eine Forstreform geben sollte, wurde bereits 2017 vom Land Baden-Württemberg beschlossen. Darauf folgte ein großes Beteiligungsverfahren, bei dem auch die Forstkammer mitwirkte. „Dem großen Engagement, mit dem alle Beteiligten unter Führung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz den Prozess gestaltet haben, gebührt mein Respekt und meine Anerkennung“, sagt Burger, der selbst im Lenkungsausschuss das Forstreformprojekt begleitet hat. Zufrieden äußert sich der Forstkammer-Präsident über die Grundzüge der künftigen Forstverwaltungsstruktur: „Die flächendeckende staatliche Beratung sowie die Betreuungsangebote für die Waldeigentümer bleiben bestehen. Viele Kommunen und insbesondere die Kleinwaldeigentümer sind deshalb erleichtert.“

Es bleiben aber auch Bedenken

„Die sich abzeichnenden Kostensteigerungen werden eine Belastung für die Waldbesitzenden. Die im ersten Reformentwurf weit gefasste Organisationsfreiheit für Kommunen ist nun wieder eingeschränkt worden und liegt deutlich hinter unseren Erwartungen. Insbesondere die zusätzlichen Grundpflichten bei der Waldbewirtschaftung halten wir für einen schweren Fehler, weil sie die Unsicherheit der Waldbesitzenden bei der Bewirtschaftung und bei Vertragsnaturschutzmaßnahmen erhöht“, führt der Forstkammer-Präsident besorgt aus. „Die Politik hat zwar in einzelnen Punkten auf die Kritik der Waldbesitzer reagiert, die grundsätzlichen Probleme wurden aber nicht ausgeräumt. Deshalb bleibt hier ein bitterer Beigeschmack.“

Die Umsetzung der Reform zum 1.1.2020 werde in den kommenden Monaten für alle Beteiligten noch viel Arbeit mit sich bringen. Insbesondere müsse in vielen Landesteilen der Holzverkauf neu aufgestellt werden, da sich das Land hier komplett zurückzieht. Als vorrangig sieht der Forstkammer-Präsident, dass sich Forstleute und Waldeigentümer den aktuellen Herausforderungen der durch Trockenheit geschwächten und akuten Käferbefall bedrohten Wäldern widmen. „Der Klimawandel wird unsere Wälder verändern“, prognostiziert Burger. „Unsere Aufgabe als für den Wald Verantwortliche ist es, diese Veränderung zu gestalten und zu begleiten, damit auch die zukünftigen Generationen einen so vielfältig wertvollen Wald vorfinden, wie wir ihn geerbt haben.“

Die Forstkammer Baden-Württemberg vertritt die Interessen der privaten und kommunalen Waldeigentümer des Bundeslandes. In ihrem Eigentum sind ¾ der Waldfläche von Baden-Württemberg, insgesamt über 1 Mio. ha.

Forstkammer Baden-Württemberg

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