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Forstkammer Baden-Württemberg zum Forststrukturen-Modell des MLR

Das vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) vorgelegte Modell der zukünftigen Forststrukturen ermöglicht in vielerlei Hinsicht ein Beibehalten der gewohnten Strukturen, so die Forstkammer Baden-Würtemberg in einer Reaktion am 31. Juli 2018.

Die meisten Waldbesitzer im Land seien damit zufrieden, so die Forstkammer weiter. Allerdings bleiben die Finanzfragen weiterhin offen. Auch die Organisation des Holzverkaufs muss weiter professionalisiert werden.

Die Debatte besteht seit fünf Jahren

Roland Burger, Präsident der Forstkammer Baden-Württemberg, erklärte: „Nach fast fünf Jahren ist ein Ende der Debatte über die Anpassung der baden-württembergischen Forststrukturen in Sicht. Für die Mehrheit der privaten und kommunalen Waldeigentümer ermöglicht das beschlossene ‚Kooperationsmodell‘ die gewünschte Fortführung der gewohnten Strukturen staatlicher Betreuung“, so Burger. „Insbesondere die flächenübergreifend zuständigen Revierbediensteten bleiben als Ansprechpartner und Vertrauenspersonen der Waldbesitzer erhalten und das ist gut so.“ Positiv bewertete Burger ebenso, dass die besondere Gemeinwohlverpflichtung des Kommunalwaldes anerkannt und finanziell ausgeglichen werde.

Auch die Fortführung der indirekten Förderung für die Privatwaldbesitzer bis 5 ha sei sinnvoll, weil sie für über 90 % der Waldeigentümer die erforderliche öffentliche Unterstützung unbürokratisch gewährleiste. Auch für die größeren privaten Forstbetriebe gebe es neue Förderansätze, die allerdings erst noch finanziell unterfüttert werden müssen. Der Forstkammer-Präsident forderte: „Das muss jetzt zügig geschehen.“ Überhaupt könnten die finanziellen Auswirkungen für die Waldbesitzer erst dann beurteilt werden, wenn Förderbeträge und zukünftige Betreuungskosten klar beziffert sind. „Hier werden wir als Forstkammer dran bleiben.“, versicherte der Präsident.

Offene Baustellen sieht Burger bei der Organisation des privaten und kommunalen Holzverkaufs, nachdem das Land seinen Rückzug aus dieser Dienstleistung angekündigt hat. Als Auffanglösung könnten die Holzverkaufsstellen der Landkreise dienen, auf Dauer sei eine Aufteilung der Holzmengen in über 40 getrennte Einheiten allerdings nicht sinnvoll. „Der Aufbau eigenständiger und rechtssicherer Vermarktungskooperationen für den Privat- und Kommunalwald bleibt eine drängende forstpolitische Aufgabe“, mahnte der Forstkammer-Präsident.

„Ein großer Wermutstropfen in den neuen Strukturen sind zudem die weiterhin strikten Organisationsvorgaben für den Kommunalwald“, so der Präsident. So würden Städte und Gemeinden mit eigenem Forstpersonal weiterhin gezwungen, unter der Fachaufsicht der unteren Forstbehörden zu arbeiten. Die Bildung eines eigenständigen Betriebes durch die Übernahme der Betriebsleitung hätte zur Folge, dass weitere Pflichten der unteren Forstbehörde auf die Kommune übertragen würden. Eine finanzielle Honorierung seitens des Landes gäbe es aber erst ab einer Betriebsgröße von über 7.500 ha. Außerdem bleibe der Einsatz von Dienstleistern auf die Ausführung der Forstarbeiten beschränkt. „Der kommunalen Selbstverwaltung bleiben im Wald enge Grenzen gesetzt“, kritisierte Burger.

Nun seien die Landesregierung und das Parlament gefordert, die Zusagen des Fachministeriums einzulösen. Die Aufmerksamkeit der Forstkammer sei hier weiter gefordert, auch, weil es noch etliche Detailfragen zu klären gebe. Ein Ende der Debatten sei aber absehbar. „Und das ist nach fast 5 Jahren auch gut so“, wertete der Forstkammer-Präsident.

Forstkammer Baden-Württemberg

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