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Forstkammer Baden-Württemberg: „Winterpreis“ soll Holzmarkt stabilisieren

Im Rahmen seiner letzten Sitzung befasste sich der Holzmarktausschuss der Forstkammer Baden-Württemberg kürzlich auch mit eher grundsätzlichen Themen.

Zunächst wurden aber die aktuelle Situation auf den Holzmärkten und die abgelaufene Einschlagssaison erörtert. Insgesamt wurde von einer guten bis sehr guten Nachfrage berichtet. Dies zeige sich auch an den hohen Spotmarktpreisen und dem massiven Auftreten von Selbstwerbern. Auch die Holzabfuhr laufe weitgehend zügig. Mit Blick auf die Marktentwicklungen im weiteren Jahresverlauf erwartet der Holzmarktausschuss der Forstkammer, beim Nadelstammholz eine moderate Preissteigerung zur Jahresmitte – sofern Störungen der Marktlage durch Großkalamitäten ausbleiben.

Für Verärgerung und Unverständnis bei den Forstbetrieben sorgten weiterhin die vor allem im westlichen Baden-Württemberg immer noch üblichen Starkholzabschläge. Der Holzmarktausschuss bekräftigte hierzu seine schon früher geäußerte Haltung, dass starkes Holz nicht automatisch als minderwertiges Holz gelten könne. „Qualitätsunterschiede müssen über die entsprechende Sortierung bewertet werden“, forderte der Ausschussvorsitzende Erbgraf zu Königsegg-Aulendorf.

Deutliche regionale Unterschiede gab es in der vergangenen Saison offensichtlich beim Einschlagsverhalten des Kleinprivatwaldes. Während aus Südwürttemberg und dem Odenwaldraum von einer spürbaren Zurückhaltung berichtet wurde, hätten in Ostwürttemberg und im Schwarzwald die kleineren Waldbesitzer auf die gute Marktlage durch eine verstärkte Holzernte reagiert. Ein deutlicher Dämpfer für die Einschlagsbereitschaft war auch in dieser Saison neben der Witterung wieder die Unsicherheit vieler Waldbesitzer, ob die Preise nach dem Jahreswechsel stabil bleiben würden.

Vor diesem Hintergrund sprachen sich die Mitglieder des Holzmarktausschusses einvernehmlich für eine Veränderung der üblichen Vertragslaufzeiten aus. Durch einen einheitlichen „Winterpreis“ würde der Markt transparenter und der Einschlag nicht nur für die kleinen Forstbetriebe besser planbar. Der Winterpreis sollte demnach möglichst für die gesamte Einschlagssaison vom 1. Oktober bis 31. März, eventuell auch noch bis in den April hinein gelten. „Eine bessere Planungssicherheit ist sowohl für Forstbetriebe als auch für Holzkunden wichtig“, erläuterte Königsegg den Vorstoß des Ausschusses. „Dafür brauchen wir aber auf beiden Seiten die nötige Vertragstreue.“

Thematisiert wurden auch neue Entwicklungen beim Werkseingangsmaß. Hier sprach sich der Ausschuss deutlich für die zeitnahe Einführung der Vollkonturvermessung aus. Dieses Verfahren gewährleiste die überprüfbare und präzise Ermittlung des wahren Volumens eines Stamms. „Die Forstbetriebe wollen genau das Holz bezahlt bekommen, das sie geliefert haben – nicht mehr und nicht weniger“, forderte der Ausschussvorsitzende Königsegg. Die bisherigen, am Waldmaß orientierten Verfahren seien hingegen relativ ungenau und könnten zu einer Unterschätzung des Holzvolumens führen.

Die Forstkammer Baden-Württemberg vertritt die Interessen der privaten und kommunalen Waldbesitzer des Bundeslandes. In ihrem Eigentum sind ¾ der Waldfläche von Baden-Württemberg, insgesamt über 1 Mio. ha.

Forstkammer Baden-Württemberg

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