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Forstkammer Baden-Württemberg informiert zu den Folgen von Sturm „Niklas“

Am 31.3.2015 ist das Sturmtief Niklas über Baden-Württemberg hinweggezogen und hat Schäden an Gebäuden und Verkehrsstörungen verursacht. Die Schäden an den Waldbeständen sind mengenmäßig nicht besorgniserregend. Da jedoch in fast allen Landesteilen Sturmwurf aufgetreten ist, hat die Forstkammer einige relevante Informationen für die betroffenen Betriebe zusammengetragen.

 
Einschätzung zum Schadensumfang und zur Holzvermarktung
Eine Störung des Holzmarkts ist aufgrund der Sturmschäden in Baden-Württemberg nicht zu erwarten. Insgesamt ist der Schadholzanfall überschaubar, der Landesbetrieb ForstBW ging zuletzt von einer Gesamtmenge von 300.000 Fm im gesamten Wald in Baden-Württemberg aus. Aus den meisten Regionen wurden Einzel- und Nesterwürfe gemeldet, größere Flächenwürfe sind nicht entstanden. Positiv für die Holzverwertung ist der meist geringe Bruchholzanteil. Durch den hohen Anteil von Einzelwürfen wird sich die Aufarbeitung voraussichtlich hinziehen und im Zuge der regulären Holzvermarktung abfließen.
Positiv aus Sicht der Holzindustrie wird sein, dass die kontinuierliche Belieferung in den Sommermonaten dieses Jahres weitgehend gesichert sein dürfte. Auch im insgesamt etwas stärker betroffenen Nachbarland Bayern werden keine langfristigen Auswirkungen auf den Holzmarkt befürchtet.
Hinweise zur Sturmholzaufarbeitung
Bei der Sturmholzaufarbeitung sollte systematisch und ohne Hektik vorgegangen werden. Besonderes Augenmerk sollte auf die Arbeitssicherheit gelegt werden. Auch die Aufarbeitung von Einzelbäumen unter Spannung birgt hohe Risiken. Bei entwurzelten oder abgebrochenen Baumstämmen, die unter Spannung stehen, kann bereits ein falscher Schnitt reichen, um den Stamm katapultartig und mit enormer Kraft nach oben oder zur Seite schnellen zu lassen. Auch Waldbesitzer, die im Umgang mit der Motorsäge geübt sind, unterschätzen die Gefahren leicht.
Der Versicherungsträger SVLFG empfiehlt aufgrund der erhöhten Verletzungsgefahr, in solchen Situationen immer auf die Hilfe von Profis zurückzugreifen. Sie verfügen über Erfahrung, die nowendige Technik und das passende Gerät. Entsprechende Dienstleistungen bieten oder vermitteln auch forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse oder Forstunternehmer.
Hinweise zum Forstschutz
In Nadelholzbeständen sollten die Forstbetriebe in den kommenden Wochen und Monaten der Entwicklung des Borkenkäfers besondere Beachtung schenken. Die Forstschutzssituation zeigt sich aktuell witterungsbedingt entspannt. Dennoch sollten die Waldbesitzer insbesondere die Aufarbeitung von Bruchholz nicht hinauszögern. Sofern in einzelnen Betrieben größere Mengen erwartet werden, sollten zunächst die Flächen mit überwiegend gebrochenen Hölzern aufgearbeitet werden, da die mit Wurzelteller geworfenen Bäume aus Forstschutzsicht erfahrungsgemäß weniger kritisch sind.
Umfangreiche Informationen zur Sturmholzaufarbeitung sowie zu allen weiteren Fragen bei der Bewältigung von Sturmschäden sind zu finden im Handbuch Sturm der FVA im Internet.
Hinweise zur steuerlichen Berücksichtigung von Kalamitätsschäden
Kalamitätsnutzungen im Privatwald können bei der Oberfinanzdirektion Karlsruhe (Fachbereich Forstwirtschaft, Moltkestr. 50, 76133 Karlsruhe) gemeldet werden, um Ermäßigungen bei der Einkommensteuer nach § 34 b Einkommensteuergesetz zu erhalten. Allerdings sollte bei Kleinstmengen geprüft werden, ob sich der Beantragungsaufwand rechnet. Weitere Informationen sowie die entsprechenden Formulare sind bei der Forstkammer Baden-Württemberg zu erfragen.
Forstkammer Baden-Württemberg

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