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Bunter Berufemix beim ersten Forstfrauen-Stammtisch

Die Forstwelt ist bis heute überwiegend in Männerhand. Für Frauen, die darin Fuß gefasst haben, sind die Möglichkeiten des weiblichen Erfahrungsaustausches rar. Deshalb haben die Forstzeitschriften des Deutschen Landwirtschaftsverlags (dlv) anlässlich der DLG-Waldtage erstmalig zu einem Forstfrauenstammtisch eingeladen. 16 Frauen mit ganz unterschiedlichen Berufsbildern nahmen daran teil: Försterinnen in Staats-, Landes- oder Landwirtschaftskammerdiensten, Verbandsgeschäftsführerinnen, Beschäftigte im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und in Forstbetrieben tätige Frauen, die auch Großtechnik bedienen.

Trotz der Unterschiede ist eine Erfahrung vielen Frauen gemein: Sie fühlen sich in ihrem Beruf als eine seltene Spezies. Besonders augenfällig wird dies bei den Försterinnen, die nicht selten als einzige Frau im Forstamt tätig sind, so auch Teilnehmerinnen des Stammtisches.

Sehr verschieden waren die Situationen der Frauen beim Thema Familie und Beruf. Die Spanne reichte von der Kindererziehung im eigenen Familienbetrieb gemeinsam mit den Großeltern über Teilzeitarbeit ohne berufliche Entwicklungschancen bis hin zu familienfreundlichen Arbeitsmöglichkeiten und gelungenem beruflichen Aufstieg in Führungspositionen. Dass Männer ihre Arbeitszeiten zugunsten der Kindererziehung einschränken, ist noch immer selten. Nur eine Teilnehmerin gab an, ihr Ehemann sei für die Kindererziehung in Teilzeit gegangen.

Ein Netzwerk für alle „Forstfrauen“ bildet der bereits Anfang der 1990er-Jahre entstandene und bundesweit tätige Verein Frauen im Forstbereich e. V.
Weitere Informationen zu diesem Verein online unter www.forstfrauen.de

Heidrun Mitze

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