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Forstexperten der EU-Mitgliedsstaaten beraten in Vilnius

Forstexperten der EU-Mitgliedsstaaten beraten in Vilnius

Am 11.9.2013 begann in Vilnius ein weiteres informelles Treffen der Leiter der für die Forstpolitik zuständigen Behörden (Ministerien, Dienststellen usw.) der EU-Mitgliedstaaten. Litauens Vize-Umweltminister Linas Jonauskas betonte anlässlich der Begrüßung der Teilnehmer: „Im Interesse der Erhaltung der Wälder und ihrer sinnvolen Nutzung ist eine nachhaltige Forstwirtschaft ein für alle akzeptables Prinzip, das wir nicht aus den Augen verlieren dürfen.“
Anlässlich des Treffens sollen wichtige Aspekte der Fortwirtschaft in der Europäischen Union (EU) besprochen werden, darunter auch die aktuellen Verhandlungen über ein rechtlich verbindliches Abkommen für die europäischen Wälder (Europäische Waldkonvention). Diese Verhandlungen laufen bereits seit 2011. Die letzte von vier vorgesehenen Verhandlungsetappen begann im Sommer 2013 in Warschau, wurde abgebrochen und wird am 7. und 8. November in Genf fortgesetzt. In der verlängerten Verhandlungsrunde wird Litauen als dem EU-Rat vorsitzendes Land gemeinsam mit der Europäischen Kommission im Namen der EU und ihrer Mitgliedstaaten verhandeln. Litauen trägt die Verantwortung für die Ausarbeitung einer gemeinsamen Verhandlungsposition der EU und ihrer Mitgliedsländer.
Annahme wichtiger Dokumente beschleunigen

Bei dem Treffen der Forstdirektoren wird ebenfalls die Notwendigkeit einer möglichst zügigen Bestätigung der neuen EU-Waldstrategie zur Sprache gebracht, da die aktuelle Strategie bereits 1998 bestätigt wurde und veraltet ist. Die Mehrheit der Mitgliedsländer unterstreicht die Bedeutung dieses Dokuments für die Forstwirtschaft und die Notwendigkeit, sie in Kürze zu ratifizieren. In Vilnius sind die Forstdirektoren aufgefordert, mögliche Handlungsschritte für eine Beschleunigung des Prozesses zu koordinieren, damit das Dokument bis zum Ende des Jahres oder zumindest bis zu den Wahlen des Europaparlaments 2014 ratifiziert werden kann.
Das diesjährige Strategieprojekt wird noch von der EU-Kommission diskutiert und es ist zu hoffen, dass die Mitteilung über die Waldstrategie der Europäischen Union noch während der litauischen EU-Ratspräsidentschaft veröffentlicht werden kann. In dem Fall wäre Litauen für zukünftige Diskussionen und Ratifizierungen des Dokuments im Rat der Europäischen Union verantwortlich.
Anlässlich des Treffens werden die Teilnehmer sich darüber austauschen, in welcher Weise die neue Verordnung des Europaparlaments und des Rats über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums einer nachhaltigen Forstwirtschaft dienlich sein kann und besprechen, wie innerhalb der Europäischen Union die ebenfalls wichtige, Pflichten von Lieferanten für Holz und Holzprodukte festlegende Holzverordnung umzusetzen ist.
 
Erfahrungen austauschen
Das informelle Treffen der EU-Forstdirektoren ist für Litauen eine hervorragende Gelegenheit seine Wälder vorzuführen, die Teilnehmer mit der litauischen Forstwirtschaftspolitik und Entwicklungszielen vertraut zu machen sowie Erfahrungen auszutauschen.
Den Teilnehmern werden der litauische Wald und die litauische Forstwirtschaft präsentiert. Bei dieser Gelegenheit werden der Schutz der biologischen Artenvielfalt in den Wäldern, der Klimawandel, Auswirkung von Naturkatastrophen auf den Wald, Aufforstung, Regeneration und andere Funktionen des Waldes besprochen.
Zu dem Treffen, auf dem aktuelle Waldaspekte der Europäischen Union sowie litauische Erfahrungen in der Bewirtschaftung des Waldes diskutiert werden, werden forstwirtschaftliche Institutionen und leitende Funktionsträger aus über 20 EU-Staaten, der Europäischen Kommission, dem Generalsekretariat des Rates der Europäischen Union, des Zentralverbands der Europäischen Waldbesitzer (CEPF) und der europäischen Staatsforstvereinigung EUSTAFOR erwartet.
EU2013.LT

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