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Forstbetrieb Schliersee bringt Biotopbaumschutz voran

Forstbetrieb Schliersee bringt Biotopbaumschutz voran

Im Rahmen des Naturschutzkonzeptes der Bayerischen Staatsforsten hat der Forstbetrieb Schliersee seine Mitarbeiter zum Erhalt wertvoller Biotopbäume neu geschult. „Erfolgreicher Naturschutz bei der Bewirtschaftung des uns anvertrauten Staatswaldes spielt bei uns eine große Rolle“, so Stefan Pratsch, Forstbetriebsleiter in Schliersee.
Bei einer gemeinsamen Fortbildung des Teilbereiches Naturschutz der Bayerischen Staatsforsten und dem Forstlichen Bildungszentrum Laubau ging es um das Erkennen und Kennzeichnen dieser Biotopbäume, aber auch um die Grenzen der Totholzerhaltung. Denn tote Bäume können im Lauf der Zeit auch zu einem Risiko für Waldarbeiter und Spaziergänger werden. „Die Mitarbeiter des Forstbetriebes sollen hier rasch die richtige Entscheidung treffen können“, so Pratsch.
Wertvolle Bäume werden markiert um ein versehentliches Fällen zu verhindern, in gefährlichen Situationen geht der Schutz der Arbeiter und Erholungssuchenden aber eindeutig vor. Förster, Forstwirtschaftsmeister und Vorarbeiter des Forstbetriebes die an der Schulung teilnahmen haben damit den Blick für Horst- und Höhlenbäume geschärft. Lebende Bäume mit Spechthöhlen, Faulhöhlen, Pilzkonsolen oder großen Vogelnestern sind wichtig für die Artenvielfalt im Wald. Aber auch markante alte Bäume – Methusaleme des Waldes oder auch stehendes und liegendes Totholz sollen für Vielfalt im Wald sorgen. Denn wenn Bäume sterben, werden sie zu einem wertvollen Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Allein 1300 Käferarten und 1500 Großpilzarten haben sich auf das Totholz im Wald spezialisiert. Wichtigster Teil der Veranstaltung war die praktische Übung in einem naturnahen Waldbestand. Zunächst wurden Biotopbäume gesucht, markiert und anschließend gemeinsam die Aspekte zu Artenvielfalt, Verkehrssicherung und Arbeitssicherheit diskutiert.
Ein positives Ergebnis der Veranstaltung: Das nun vorgegebene Ziel, in naturnahen Beständen flächendeckend zehn Biotopbäume pro Hektar zu erhalten, ist im Staatswald auch unter Beachtung der Arbeitssicherheit und Verkehrssicherung gut erreichbar und in vielen Gebieten bereits verwirklicht. „Nachhaltige Waldnutzung, Sicherheit der Forstarbeiter und Waldbesucher sowie Erhaltung der biologischen Vielfalt“ sind durchaus miteinander vereinbar, so Pratsch.
 
BaySf

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