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Waldtausch mit der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern

Forstbericht Mecklenburg-Vorpommern für 2006 bis 2010

Der Landwirtschafts- und Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, stellte am 21. Juni 2011 in Schwerin den 5. Forstbericht vor des Landes. Der Bericht gibt einen Überblick über den Zustand des Waldes und die Lage der Forstwirtschaft im Zeitraum 2006 bis 2010 und wurde vom Kabinett beschlossen. Zusammengefasst stellte der Minister fest: „Der Wald ist gesund und wurde gemehrt. Die Leistungen des Waldes sind gefragt, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Waldpolitik der Landesregierung ist ein Beispiel für eine besonders erfolgreiche Sektoralpolitik.“

Forst- und Holzwirtschaft

Die Waldfläche ist in Mecklenburg-Vorpommern von 2006 bis 2010 um 2000 ha angestiegen (Neuaufforstung abzüglich Rodung). Diese 2000 ha Neuwald sind nicht nur für den Klimaschutz, für den Bodenschutz oder für die Biodiversität wichtig. Sie stellen auch eine Investitionen von über 10 Mio € dar.
Der Durchschnittspreis für Holz über alle Sortimente betrug  im Berichtszeitraum 42,23 €/Fm. Er stieg, trotz des Einbruchs durch die Weltwirtschaftskrise 2009, von 2006 bis 2010 um 50 %.

Forst- und Holzwirtschaft erwirtschaften in Mecklenburg-Vorpommern einen Umsatz von rd. 1,7 Mrd. €. 1500 Betriebe mit 15000 Beschäftigten verdienen ihr Geld durch die Produktion und Verarbeitung des Holzes.

Waldzustand

Mit durchschnittlich 18 % deutlich geschädigter Bäume kann der Waldzustand als weitgehend stabil bewertet werden. Allerdings, und diese Entwicklung bereitet Sorge, nimmt der Anteil von Bäumen mit geringen Schäden zu und der Anteil von Bäumen ohne Schäden seit Mitte der 1990er Jahre ab. Waren 1996 56 % der Bäume ohne Schadsymptome, sind es 2010 nur noch 27 %. Die Eichen und in jüngster Zeit die Eschen weisen verstärkte Absterbeerscheinungen auf. Eine besondere Herausforderung für die Forstwirtschaft stellt der Klimawandel dar.

Wald und Naturschutz

Mit der Ausweisung der Natura-2000 Gebiete (FFH und Vogelschutzgebiete) stehen allein 42 % des Waldes unter diesem gesamteuropäischen Schutzstatus.

Die Biodiversitätsstrategie des Bundes sieht vor 5 % des Gesamtwaldes und 10 % des Staatswaldes einer natürlichen Entwicklung zu überlassen. In Mecklenburg-Vorpommern sind bereits fast 6 % des Gesamtwaldes und über 10 % des Landeswaldes aus der Holznutzung genommen. Mit der Übernahme des Nationalen Naturerbes (30000 ha) und der weiteren Entwicklung der Nationalparke werden in Mecklenburg-Vorpommern bald über 10 % der Gesamtwaldfläche der natürlichen Sukzession überlassen. „Dort wo z.B. Baden-Württemberg beim Waldschutz hinwill, waren wir gestern. Wir haben im Waldnaturschutz den Spitzenplatz in Deutschland“, betonte der Minister.

Wald, Erholung und Bildung

Neben seiner wirtschaftlichen und klimatischen Bedeutung spielt der Wald auch für Erholung, Gesundheit und Bildung eine große Rolle. So gibt es im Land rd. 100 Waldlehrpfade und fast 3000 km Reitwege. Allein bei der Landesforstanstalt nehmen jährlich über 30000 Menschen an Waldführungen teil.

Landesforstverwaltung und Waldbesitzer

Der Berichtszeitraum umfasst die Zeit seit Gründung der Landesforstanstalt. „Im eigenen Wirkungskreis – also im Forstbetrieb – wurde 2010 Kostendeckung erreicht. Das ist ein großartiges Ergebnis. Die Erträge stiegen von 36 Mio. € 2006 auf 49 Mio. € 2010. Für die öffentlichen Leistungen hat das Land wie versprochen seine Zusage gehalten und hierfür jährlich 24 Mio. € zur Verfügung gestellt“, erklärt der Minister. Daraus wurden z.B. jährlich 15000 Beratungsgespräche mit Waldbesitzern finanziert und die Fortsetzung des naturnahen Waldumbaus ermöglicht.

Aber auch die behördliche Arbeit sicherte den Schutz der Funktionen des Gesamtwaldes und deren Berücksichtigung bei Planungen und Bauvorhaben. 

Im Berichtszeitraum wurden waldbauliche Investitionen, ökologische Maßnahmen und die Erbringung von Leistungen des öffentlichen Interesses mit rd. 25 Mio. € gefördert.

LU MV

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