ABO
Forstamt Wolfenbüttel unterstützt Nachbau eines Grubenhauses

Forstamt Wolfenbüttel unterstützt Nachbau eines Grubenhauses

Das Niedersächsische Forstamt Wolfenbüttel spendet der Kreisarchäologie Helmstedt acht Kubikmeter Holz für den Nachbau eines mittelalterlichen Grubenhauses.
Ein Team der Kreisarchäologie und der archäologischen Arbeitsgemeinschaft des Landkreises möchte im Mai 2013 mit dem Bau eines Hauses beginnen, das durch Ausgrabungen der Kreisarchäologie am Petersteich östlich von Süpplingenburg dokumentiert worden ist. Dieses Gebäude gehört in die Zeit um 1000 Jahre n. Chr. Typisch für diese Häuser ist, dass der Fußboden etwa 1 m in den Boden eingegraben war. Ein Kuppelofen aus Feldsteinen sorgte für Wärme. Diese besondere Konstruktion sorgte für warmes Innenklima im Winter und Kühle im Sommer.
„Durch Luftbilder und Grabungen in den letzten 10 Jahren haben wir eine mittelalterliche Siedlung mit 300 Grubenhäusern vor den Toren Süpplingenburgs lokalisiert“, erklärt Dr. Monika Bernatzky von der Kreisarchäologie Helmstedt, „wir freuen uns sehr und sind dankbar, dass wir mit dem gespendeten Eichen- und Nadelholz der Niedersächsischen Landesforsten im kommenden Jahr mit dem Nachbau am Originalfundplatz beginnen können.“
Das fertige Haus soll zukünftig Archäologie und Historisches zum Anfassen bieten, um insbesondere Kindern einen Einblick in das Leben im Mittelalter zu geben. Die Ausgrabungen am Petersteich haben eine Siedlung erfasst, die offensichtlich sowohl landwirtschaftlich als auch gewerblich ausgerichtet war. Sie stellt einen Siedlungstyp dar, der bisher einmalig im norddeutschen Raum ist. Die ungewöhnlich dichte Bebauung mit Grubenhäusern, die teilweise als Werkstätten gedeutet werden können, stellt sie in eine Reihe mit Vorburgsiedlungen von Königspfalzen wie der Werla bei Schladen oder Tilleda am Kyffhäuser.
 
NLF

Auch interessant

von