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Neuer Forstamtsleiter in Harsefeld: Arne Riedel. Foto: Niedersächsische Landesforsten

Forstamt Harsefeld mit neuer Leitung

Das Forstamt Harsefeld der Niedersächsischen Landesforsten (NLF) hat einen neuen Leiter. Arne Riedel (54) übernahm im Mai die Leitung von seinem Vorgänger Dr. Otto Fricke und damit die Verantwortung für rund 11.500 ha Waldfläche.
Das Forstamt Harsefeld bewirtschaftet den Landeswald zwischen Weser und Elbe in den Landkreisen Stade, Rotenburg, Osterholz und Cuxhaven.
Mit Arne Riedel übernimmt ein vielseitig erfahrener Forstmann die Geschicke im Elbe-Weser-Dreieck. Der gebürtige Hamburger ist im Landkreis Celle aufgewachsen und begann seinen beruflichen Werdegang nach dem forstlichen Studium als Referendar im ehemaligen Forstamt Sprakensehl (Landkreis Gifhorn). Nach seiner Einstellung in den Niedersächsischen Forstdienst war er sieben Jahre im Forstplanungsamt Wolfenbüttel für den Bereich der Standortkartierung verantwortlich. Eine weitere berufliche Station führte Riedel als Personalreferent in das Landwirtschaftsministerium nach Hannover. Mit der Neugründung der Niedersächsischen Landesforsten A.ö.R. (Anstalt des öffentlichen Rechts) wechselte er 2005 für zwölf Jahre als Dezernent in das Heideforstamt Unterlüß.
„In der relativ waldarmen Region im Elbe-Weser-Dreieck sind unsere naturnah bewirtschafteten Wälder herausragende Landschaftselemente und wertvolle Lebensräume“, sagt Riedel. An den Landeswald werden vielfältige Ansprüche gestellt, die von den Forstleuten in Deckung gebracht werden. „Diese fordernde und reizvolle Aufgabe kann nur in ausgeprägter Teamarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen des Forstamtes und den anderen Fachbehörden bewältigt werden“, erklärt der Forstamtsleiter im Ausblick auf seine zukünftige Tätigkeit.
Dr. Otto Fricke verabschiedet
Mit Dr. Otto Fricke verabschiedeten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forstamtes Harsefeld einen beliebten Chef nach insgesamt 46 Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand. Fricke hat das Forstamt Harsefeld 28 Jahre lang geleitet und mit Weitblick durch die Untiefen dreier Forstreformen navigiert. Die Waldfläche seines Verantwortungsbereiches hat sich in dieser Zeit von ursprünglich 3.500 ha reformbedingt mehr als verdreifacht. In den vergangenen 12 Jahren bepflanzten die Förster im Landeswald zwischen Elbe und Weser Jahr für Jahr eine Fläche von fast 100 ha – insgesamt über 1.000 ha mit vielen Millionen junger Bäume, die anschließend vor hungrigem Wild geschützt und gepflegt werden mussten. „Dank ausgeklügelter Arbeitsverfahren und innovativer Ideen aller Mitarbeiter konnten wir dieses gewaltige Arbeitsvolumen leisten“, so Fricke. Um die Wälder zu einem artenreichen Mischwald hin entwickeln zu können, setzte sich der passionierte Forstmann in den jagdlichen und politischen Gremien vehement für angepasste Schalenwildbestände ein.
Auf die steigende Nachfrage nach Naturbestattungen unter Bäumen reagierte das Forstamtsteam um Fricke mit der Eröffnung von vier FriedWald-Standorten. Gemeinsam mit den Naturschutzbehörden hat das Forstamt in den vergangenen Jahren einen Kompensationsflächenpool eingerichtet, um Ersatzpflichtigen die Möglichkeit zu bieten, Ausgleichsflächen für Eingriffe in den Naturhaushalt nachzuweisen. „Bei allen sachlichen Herausforderungen war es das größte Glück, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alle Höhen und Tiefen gemeinsam zu meistern. Dabei haben wir die allgemeine Lebensfreude nie aus dem Blick verloren“, resümiert der ehemalige Forstamtsleiter Otto Fricke.
Otto Fricke wurde in Bremerhaven geboren und wuchs in Bokel bei Beverstedt im Landkreis Cuxhaven in ländlicher Umgebung auf. Nach seiner Wehrdienstzeit in Lüneburg absolvierte er als so genannter „Forstbeflissener“ Anfang der 1970er Jahre sein Praktikum im wendländischen Forstamt Lüchow. Nach dem forstlichen Studium in Göttingen war Fricke Referendar im ehemaligen Harzforstamt Herzberg. In den folgenden drei Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter der forstlichen Fakultät Göttingen promovierte er und wechselte danach als Dezernent in das Forstamt Ahlhorn. Nach weiteren drei Jahren bei der Bezirksregierung Weser-Ems übernahm Dr. Otto Fricke am 1. Juni 1989 die Leitung des Forstamtes Harsefeld. Mit der Gründung der Niedersächsischen Landesforsten A.ö.R Anfang 2005 wuchs das Forstamt mit der Übernahme des ehemaligen Forstamtes Bederkesa auf seine heutige Größe. Die Wälder um Bokel hatte Otto Fricke bereits vor über sechzig Jahren gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Dietrich durchstreift – die letzten 12 Jahre gehörte dieser Landeswald zu seinem Amtsbereich.
NLF
Neuer Forstamtsleiter in Harsefeld: Arne Riedel. Foto: Niedersächsische Landesforsten NLF-Vizepräsident Klaus Jänich (l.) verabschiedet Dr. Otto Fricke in den Ruhestand. Foto: Niedersächsische Landesforsten

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