Forstpolitik

Forst und Holz fordern Bekenntnis zur aktiven Waldnutzung

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Von der neuen Ampelregierung erwarten die Branchendachverbände für Forst und Holz DFWR und DHWR ein klares Bekenntnis zur Nutzung der Wälder und zur Unterstützung der Waldbesitzer für die Bewältigung der Klimakrise im Wald.

Die Vertreter der Plattform Forst & Holz haben am 20. Januar auf dem digitalen Clustertreffen „Zukunft Holzmarkt“ die Marktentwicklungen sowie die Herausforderungen in der Rohstoff- und Materialversorgung diskutiert. Ziel des zukünftig jährlich stattfindenden Runden Tisches des Deutschen Forstwirtschaftsrats (DFWR) und des Deutschen Holzwirtschaftsrats (DHWR) ist es, das Cluster gemeinsam krisenfest und zukunftsfähig zu machen.

Sorge wegen drohender Nutzungseinschränkungen

Die Waldbewirtschaftung und die Holzverwendung sind gleichzeitig Herausforderung und Lösung für die Klimawende. Insbesondere die sich ändernden politischen Rahmenbedingungen in Deutschland und in der EU, die die Waldbewirtschaftung weiter einschränken und die Bereitstellung des Rohstoffs Holz gefährden, bereiten den Teilnehmern Sorge. Umso mehr betonen die Branchenvertreter den engen Schulterschluss zwischen Forst- und Holzwirtschaft und sprechen sich als Cluster für eine aktive Wald- und Holznutzung aus.

Mit Blick auf die anstehenden politischen Herausforderungen sei es erforderlich, gemeinsame Kommunikationsstrategien zu entwickeln, um das Image der Wald- und Holznutzung zu verbessern und für künftige Krisen besser gerüstet zu sein.

Kalamitäten besser vorbeugen

Schwierige Marktsituationen müssen zukünftig auf Basis einer breiten Informationsgrundlage zur regionalen und bundesweiten Waldschadenssituation frühzeitig erkannt werden. Dazu sei die Novellierung des Forstschädenausgleichsgesetzes notwendig. Mit dem Ausbau von Lagerkapazitäten und der Verbesserung der Logistik sollen im Klimawandel häufiger zu erwartende große Schadholzaufkommen abgepuffert werden. Insbesondere die Verbesserung der Verwendungsmöglichkeiten von Kalamitäts- und Laubholz soll die Wertschöpfung des Rohstoffs vorantreiben.

Regionale Wertschöpfungsketten stärken

Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist Fairness und Vertrauen unerlässlich. Besonders regionale Wertschöpfungsketten und enge Handelspartner müssen gestärkt werden. „Holz von hier – aus nachhaltiger deutscher Waldbewirtschaftung – ist auch gleichzeitig Holz des kürzeren Weges und trägt keinen unnötigen CO2-Rucksack. Darum bedarf es weiterer politischer Unterstützung, unsere Wälder klimaresilient und produktiv umzubauen und des Aufbaus einer Krisenprävention.“, sagte Plattformsprecher DFWR-Präsident Georg Schirmbeck.

Wälder aktiv nutzen

„Ohne die Forst- und Holzwirtschaft werden wir die Klimaziele nie erreichen können“, betonte DHWR-Präsident Erwin Taglieber abschließend. „Flächenstilllegungen und Nutzungsverbote machen es unmöglich, dass Deutschland klimaneutral wird. Von der neuen Ampelregierung erwarten wir deshalb klare Unterstützung der Waldbesitzer und ein langfristiges Bekenntnis zur Nutzung der Wälder, um die Klimakrise bewältigen zu können.“

Quellen: DFWR, DHWR