Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Forschungsziel "optimierte Energie-Pappeln"

Forschungsziel „optimierte Energie-Pappeln“

Der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bescheinigt der Verwendung von Holzhackschnitzeln zur Energieerzeugung die geringsten CO2-Vermeidungskosten von allen Bioenergiepfaden. Wald- und Industrierestholz allein können die steigende Nachfrage auf Dauer jedoch nicht decken. Eine Lösung verspricht die Anlage von Kurzumtriebsplantagen auf Ackerflächen.
Aktuell werden in Deutschland rund 5.000 ha Kurzumtriebsplantagen (KUP) angebaut, Tendenz steigend. Die Pappel hat sich als besonders geeignet für diese Anbauform herausgestellt, bei ihr verspricht eine Sortenoptimierung die besten Ergebnisse.
Mit dem Ziel, neue Pappelsorten mit besonderer Eignung für den Anbau in Kurzumtriebsplantagen (KUP) mittels Protoplastenfusion zu entwickeln, starteten 2011 drei Partner ein dreijähriges Forschungs- und Entwicklngs-Vorhaben zur Protoplastenfusion bei Pappel.

Bei der Protoplastenfusion wird ähnlich zu der natürlichen Befruchtung die Verschmelzung zellwandfreier Pflanzenzellen (Protoplasten) ausgewählter Linien durch Elektroimpulse oder spezielle Polymere stimuliert. Diese im Bereich der Pappelzüchtung neue Technik erlaubt die Kombination von Pappelarten, die nur sehr schwer untereinander kreuzbar sind. Wird die Protoplastenfusion auf diese Art eingesetzt, zählt sie nicht zur Gentechnik, denn es werden nur Individuen fusioniert, die theoretisch auch in der Natur kombinierbar wären. Die Protoplastenfusion ermöglicht hier z.B. die Überwindung zeitlicher Barrieren (unterschiedliche Blühzeiten der Eltern) oder räumlicher Hindernisse (verschiedene Extremstandorte der Kreuzungspartner). Bislang wird die Protoplastenfusion für Pappeln in Europa nicht angewendet.

Die neu entstandenen Klone sollen dann als Basis für die Züchtung von optimierten Energie-Pappeln dienen. Zuchtziele sind unter anderem eine hohe Biomasseproduktion, ein gutes Jugendwachstum, Resistenzen gegenüber diversen Krankheitserregern und eine hohe Dichtstandstoleranz. 

An dem Vorhaben beteiligt sind das Institut für Forstgenetik des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI), die Phytowelt Green Technologies GmbH und die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA). Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) fördert das Vorhaben über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

FNR

Auch interessant

von