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Im Karwendelgebirge leben zwischen Vorderriß und Soiernkessel mehr als 500 Gamsen.

Beobachtungs-Plattformen für Gamsen

In Bayern sollen in den staatlichen Bergwäldern Beobachtungsplattformen für Gamsen eingerichtet werden, um das Verhalten der Tiere erlebbar zu machen. Dies teilte die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, am 11. August in München mit.

In den bayerischen Alpen sind zahlreiche Gamsen unterwegs. Damit die Tiere noch besser beobachtet werden können, will Kaniber in den staatlichen Bergwäldern Beobachtungsplattformen einrichten. Die ersten beiden sollen noch im Herbst am Wallberg und an der Benediktenwand eröffnet werden. Erste Ergebnisse eines 2016 gestarteten Forschungsvorhabens deuten auf stabile und vitale Populationen hin: Den Forschern zufolge leben im Karwendelgebirge zwischen Vorderriß und Soiernkessel mehr als 500 Gamsen.  

Das Projekt im Einzelnen

Das Forschungsprojekt wird von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) gemeinsam mit den Forstbetrieben Bad Tölz und Ruhpolding der Bayerischen Staatsforsten durchgeführt und von Wissenschaftlern begleitet. In zwei repräsentativen Modellgebieten an der Kampenwand und im Karwendel erheben die Forscher Daten der drei für den bayerischen Alpenraum typischen Wildarten Reh, Hirsch und Gams. Das geschieht neben GPS-Telemetrie, Fotofallen-Monitoring und Wildzählungen auch über genetische Analysen des in Jägerkreisen „Losung“ genannten Kots. Diese neuartige Methode ermöglicht Experten zufolge genauere Aussagen etwa über Populationsgröße, Geschlechterverhältnis und räumliche Verteilung der Tiere.

Was geschieht mit den Daten?

Die Daten werden laut Kaniber anschließend mit Informationen zum Jagdmanagement, zur Verjüngungssituation in den Wäldern oder zur Schutzwaldsanierung verknüpft und Jägern und Förstern als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt. Die Ministerin erwartet sich davon eine Versachlichung der Diskussionen über zu hohe oder zu niedrige Abschusszahlen. Sie hatte das Projekt nochmals erweitert, um auch die Auswirkungen des außergewöhnlich harten Winters erforschen zu lassen. Ergebnisse dazu erwarten die Experten im kommenden Jahr, das Gesamtvorhaben soll 2022 abgeschlossen sein.

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