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Schon 2015 unterstützte ThüringenForst die Ausrüstung von Forstbetriebsgemeinschaften mit digitaler Technik. Aktuell wird an weiteren digitalen Werkzeugen geforscht.

Digitale Werkzeuge sollen Privatwaldbesitzer unterstützen

Förster, Wissenschaftler und EDV-Spezialisten wollen digitale Werkzeuge für kleine Forstbetriebe entwickeln, um diesen die Waldinventur zu erleichtern. Im Vordergrund steht eine einfache, modulare Handhabung der Geräte. Ein dreijähriges Forschungsvorhaben zum Thema wurde nun ins Leben gerufen.

Das vom Bund geförderte Forschungsprojekt mit dem Namen „Integriertes forstliches Informationssystem für den kleinparzellierten Nicht-Staatswald“, kurz INKA, soll künftig Besitzern von kleinen Waldflächen mit leistungsfähigen digitalen Werkzeugen helfen. Das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum (FFK) Gotha der ThüringenForst-AöR ist Teil des Teams. Zusammen mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) und der Abteilung für Forstökonomie der Universität Göttingen arbeitet die FFK in den nächsten drei Jahren an einem Konzept. Dieses optimierte Verfahren der Waldinventur soll durch die INTEND Geoinformatik GmbH als Web-Portal zusammengeführt werden. Dabei stehen dem Projekt auch die Oldershausen HOFOS GmbH und der Landesbetrieb HessenForst als Praxispartner zur Verfügung.

Verminderung der Strukturnachteile

„Die rund 180.000 privaten Waldbesitzer in Thüringen verfügen zu großen Teilen über Forstflächen kleiner als zwei ha, nicht wenige Waldparzellen sind kaum größer als drei bis vier Supermarkt-Parkplätze“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. In so kleinen Forstbetrieben lohnt sich die derzeit verfügbare IT-Infrastruktur nicht. Gleichwohl sind die Herausforderungen auch dort komplex. Es müssen waldgesetzliche Anforderungen erfüllt werden. Außerdem sollte eine finanziell auskömmliche Bewirtschaftung möglich sein.

Hier setzt das neue Forschungsprojekt an. So soll INKA wichtige Informations- und Forstplanungsdaten bereitstellen, eine Waldwachstumssimulation ermöglichen. Außerdem soll das Projekt Geschäftsprozesse abbilden und dem Waldbesitzer konkrete Vorschläge zu notwendigen Bewirtschaftungsmaßnahmen liefern. Moderne Verfahren der automatischen Datenerhebung mit Minidrohnen und Laserscannern kommen dabei zur Anwendung. Es soll ein hochmodernes, leicht bedienbares und kostengünstiges Betriebsprogramm für verschiedene Anwendungsfälle geben.

Arbeitsschwerpunkte im Forschungsprojekt

  • Bereitstellung eines einfachen Zugangs zu frei verfügbaren Geodaten wie z. B. Satellitenbilder, Katasterdaten oder Biotopdaten,
  • hoch präzise Waldinventuren mittels Satellit, Drohne oder Laserscanning und
  • zugehörige bildgebende Verfahren.

Gefördert wird das 3-jährige INKA-Vorhaben (Integriertes forstliches Informationssystem für den kleinparzellierten Nicht-Staatswald) mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über seinen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).

Informationen auf der Internetseite der FNR.

Thüringen Forst, red

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