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Forschungsprojekt zur Rettung von Rehkitzen gestartet

Forschungsprojekt zur Rettung von Rehkitzen gestartet

Zur Rettung von Rehkitzen hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner am 31. Mai im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen ein neues Forschungsprojekt gestartet. Schätzungen zufolge werden jedes Jahr bei der Grünlandmahd in Deutschland rund 100.000 Rehkitze durch Landmaschinen verstümmelt oder getötet. Grund dafür ist der so genannte Drückinstinkt in den ersten Lebenstagen: Anstatt zu fliehen verharren die Kitze reglos auf dem Boden, wenn Gefahr droht. Unfälle mit Rehkitzen und anderen Wildtieren sind nur vermeidbar, wenn die Tiere frühzeitig in den Feldern entdeckt werden. „Wir müssen alles daran setzen, Unfälle mit Wildtieren so gut wie möglich zu vermeiden. Mit Hilfe modernster Technologien kann es gelingen, den Schutz von Wildtieren entscheidend zu verbessern. Gute Ideen aus der Wissenschaft müssen möglichst rasch erprobt und in die Praxis umgesetzt werden“, sagte Aigner bei der Übergabe der Bewilligungsbescheide an die Projektträger.
Zeitgleich zur ersten Mähperiode des Grünlandes im Mai und Juni bringen viele Rehe ihre Jungen zur Welt. Nach dem Fuchs sind Mähmaschinen der größte Feind der Rehkitze. Seit Jahrzehnten sind Jäger und Landwirte, Industrie und Forschung auf der Suche nach zuverlässigen Methoden zur Rettung bedrohter Rehkitze. „Wir brauchen innovative Schutztechniken. Wo die natürlichen Sinne nicht weiterhelfen, müssen wir auf Technik setzen“, sagte Aigner.
 
Um die Forschung zu intensivieren fördert das BMELV das Projekt „System und Verfahren zur Rehkitzrettung während der Grünlandmahd“. Ziel des Projekts ist die Erforschung und Erprobung nutzertauglicher Systeme zur Kitzrettung. Das BMELV unterstützt das Verbundprojekt mit rund 2,45 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen beträgt rund 3,3 Millionen Euro, die Laufzeit ist auf dreieinhalb Jahre angelegt. Die Grundlage für das Forschungsvorhaben liefert ein vom Bundesforschungsministerium gefördertes Projekt, bei dem verschiedene technische Lösungsvorschläge zur Wildrettung untersucht wurden. „Das Vorhaben ist beispielhaft für eine ressortübergreifende Zusammenarbeit. Es zeigt: Tierschutz und Technik schließen sich nicht aus, sie gehen Hand in Hand“, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner.
Im Mittelpunkt des Projekts steht der Aufbau eines Wildrettungssystems, das dem Grundprinzip „Finden – Markieren – Wiederfinden – Retten und Sichern“ folgt. Das „Finden“ erfolgt im Vorfeld der Mahd über ein kombiniertes Sensorsystem, das auf einer tragbaren beziehungsweise fliegenden Plattform montiert wird. Für das „Markieren“ und „Wiederfinden“ der Kitze ist eine elektronische Lösung auf Basis so genannter RFID-Systeme (Radio Frequency Identification) vorgesehen. So können die Tiere zuverlässig wiedergefunden, aus der Wiese getragen, für die Zeit des Mähvorgangs gesichert und dann wieder freigelassen werden. Die Projektpartner bringen das nötige Know-how mit. Zu ihnen gehören: CLAAS Gruppe – CLAAS Saulgau GmbH, ISA Industrieelektronik GmbH, Institut für Methodik der Fernerkundung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Fachgebiet Höchstfrequenztechnik der Technischen Universität München, Landesjagdverband Bayern und die ZENTEC GmbH.
Weitere technische Informationen zum Projekt unter www.dlr.de/oberpfaffenhofen
BMVEL

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