Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Natürliche Waldentwicklung im Fokus

Natürliche Waldentwicklung im Fokus

Am 24. Januar fand in der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Göttingen eine Informationsveranstaltung zu dem vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geförderten Forschungsprojekts „Natürliche Waldentwicklung als Ziel der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ (NWE5) statt. Eingeladen waren Vertreter des öffentlichen und privaten Waldes, der Forst-, Holz- und Energiewirtschaft, der Jagd und des Naturschutzes. Ziel der Veranstaltung war es, das Projekt NWE5 vorzustellen sowie über den aktuellen Arbeitsstand und die weitere Vorgehensweise zu informieren.
Mit dem Ziel, 5 % der deutschen Waldfläche einer natürlichen Entwicklung zu überlassen, hat die „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ der Bundesregierung kontroverse Diskussionen ausgelöst. Zur Versachlichung ist eine verlässliche und transparente Bilanz über den derzeitigen Umfang und die naturschutzfachliche Qualität der nutzungsfreien Wälder in Deutschland erforderlich. Eine solche Bilanz wird in dem seit Dezember 2010 laufenden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „NWE5“ erarbeitet. Koordiniert wird das von der Forstchefkonferenz und der Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz (LANA) unterstützte Projekt durch die Nordwestdeutschen Forstliche Versuchsanstalt. Weitere Forschungspartner sind das Institut für Waldbau der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und das Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz Bühl (ILN).
Die Bilanzierung der forstlich ungenutzten Waldflächen in Deutschland schließt auch eine naturschutzfachliche und ökonomische Bewertung der vorhandenen Flächenkulisse ein. Das Vorhaben soll bis Mitte 2013 abgeschlossen werden. Es ist insbesondere auf die Bereitstellung von Informationen über ungenutzte Waldflächen (Lage und Flächengröße, rechtlicher Schutzstatus, Art der Bestockung, natürliche Altersstufe, Dauer der Nutzungsfreiheit) durch die Waldeigentümer angewiesen. Dank einer großen Kooperationsbereitschaft der Landesforstverwaltungen und –betriebe, der Bundesforsten sowie vieler privater und kommunaler Waldbesitzer, Stiftungen und Naturschutzverbände ist bereits jetzt ein sehr guter Informationsstand über die nutzungsfreien Waldflächen erreicht.
Die positive Resonanz auf die Veranstaltung hat gezeigt, dass die im Projekt NWE5 gewählte transparente Vorgehensweise ein zielführender Weg ist, um den aktuellen Diskussionsprozess zu versachlichen. Im laufenden Jahr bilden der Abschluss der Datenerfassung und danach die naturschutzfachliche und ökonomische Bewertung der Flächenkulisse die Arbeitsschwerpunkte.
Weiterführende Infos sowie die Vorträge der Informationsveranstaltung zum Download: Forschungs- und Entwicklungsvorhaben NWE5
 
Steffen Wildmann/NW-FVA

Auch interessant

von