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Forschungsprojekt im „Hotspot der Biodiversität“ Madagaskar

Forschungsprojekt im „Hotspot der Biodiversität“ Madagaskar

Weltweit ist ein stetiger Verlust von Tier- und Pflanzenarten zu beobachten. Vor allem auf Madagaskar, das als sogenannter „Hotspot der Biodiversität“ gilt, sind einzigartige Tiergemeinschaften von dramatischen, durch Menschen hervorgerufenen, Rückgängen ihres natürlichen Lebensraums bedroht. Wie dem entgegengewirkt werden kann, hat ein Forscherteam der Universität Hamburg untersucht und die Ergebnisse nun im „Journal of Applied Ecology“ veröffentlicht.

Forscher aus der Arbeitsgruppe Tierökologie und Naturschutz erforschten auf dem Mahafaly Plateau im Südwesten Madagaskars, inwieweit von Menschen künstlich angelegte Hecken zum Erhalt der Biodiversität auf Agrarflächen beitragen können.
Dabei untersuchten sie beispielhaft den Einfluss verschiedener Landnutzungsformen auf die in dieser Region sehr artenreiche Gruppe der Reptilien. Dort gefährden u.a. Brandrodung, Beweidung durch Nutztiere und nicht-nachhaltiger Holzeinschlag den Weiterbestand natürlicher Wälder. Ein Grund dafür ist der steigende Ressourcenbedarf einer stark wachsenden Bevölkerung.
Die Hamburger Studie zeigt, dass künstlich angelegte Hecken an Feldrändern positiv zum Artenreichtum beitragen. So konnte etwa die vom Aussterben bedrohte Taggecko-Art Phelsuma breviceps, die auf den Feldern keinen Lebensraum hat, in den angelegten Hecken nachgewiesen werden. Die Autoren der Studie betonen aber, dass diese Hecken zum einen strukturreich sein und zum anderen untereinander und auch mit Wäldern in Verbindung stehen müssen, um möglichst vielen Tierarten Lebensraum zu bieten.
In der Studie, die im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „Sustainable Landmanagement in Madagascar“ entstand, spielte es zudem eine wichtige Rolle, ob und wie die Menschen in Madagaskar für die Pflanzung von Hecken und damit für den Erhalt der Biodiversität gewonnen werden können. Denn im Südwesten Madagaskars betreiben die Einwohner Viehzucht und Ackerbau und entnehmen dem natürlichen Ökosystem Nahrungs- und Futtermittel, Medikamente sowie Bau- und Brennholz. Künstlich angelegte Hecken dienen als Schutz der Anbauflächen vor Nutztieren und bieten der Bevölkerung Ressourcen, die sie im täglichen Leben verwenden können. Allerdings muss in weiteren Studien untersucht werden, inwieweit sich Opuntien (Kakteengewächse), die derzeit Hauptbestandteil der Hecken sind und erst im späten 18. Jahrhundert in Madagaskar eingeführt wurden, negativ auf die Verbreitung heimischer Floren- und Faunenelemente auswirken.
In anderen Teilprojekten des o.g. Projektes wird unter anderem untersucht, welche Alternativen es zu Brandrodung.
 

Link zur Studie (engl.)

 
Univ. Hamburg

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