Forstpolitik

Forschungsförderung zur Nutzung von Laubschwachholz

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Seit 2019 läuft ein Forschungsprojekt, das Laubschwachholz aus der Waldpflege für den Bausektor nutzbar machen soll. Die rheinland-pfälzische Forstministerin Anne Spiegel bewilligte der Hochschule Trier, die an dem Projekt beteiligt ist, jetzt bis zu 260.000 € Förderung für Personalkosten.

Bisher wird Laubholz mit geringem Durchmesser, das sogenannte Laubschwachholz, wegen fehlender Alternativen primär als Brennholz genutzt. Aufgrund seiner schwierigen Sägefähigkeit gibt es bisher kaum markttaugliche Produkte, um es beispielsweise im konstruktiven Hausbau zu nutzen, obwohl das Holz besonders gute Festigkeitswerte aufweist.

Potenziale von Laubholz ausloten

Da der Anteil des Laubholzaufkommens infolge des Klimawandels und des ökologischen Waldbaus steigen wird, sei es wichtig, die Potenziale des Laubholzes für den Holzbau auszuloten. Hier setzt das Forschungsprojekt der Hochschule Trier an. Es zielt darauf, Eichenschwachholz durch neue Verfahren langlebiger, hochwertiger und somit nachhaltiger zu nutzen.

Wegen der Bedeutung der Thematik und des in Zukunft in den Wäldern von Rheinland-Pfalz erheblich steigenden Laubholzaufkommens fördert das Forstministerium das Forschungsvorhaben mit Landesmitteln bis zu einer Höhe von 260.000 €. Dabei übernimmt es konkret die Personalausgaben von zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern der Hochschule Trier für rund eineinhalb Jahre.

Nadelholz kompensieren

„Mit der Forschung an dem nachwachsenden Rohstoff Holz leistet das Projekt einen wertvollen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz des Landes. Wir müssen heute etwas tun, um die klimawandelbedingte künftige Lücke im Bauholzsektor, die das Absterben großflächiger Nadelholzbestände mit sich bringen wird, zu kompensieren. Innovationen in der Nutzung von Holz bieten großes Potenzial, weitere Impulse zur Energie- und Materialwende und einer an den Grundsätzen der Nachhaltigkeit ausgerichteten Wirtschaft zu setzen“, erklärte Staatsministerin Anne Spiegel.

„Als einer der wenigen heimischen Rohstoffe bietet Holz die Möglichkeit für regionale Produktionsketten mit hohen Wertschöpfungspotenzialen. Schwaches Laubholz fällt bei der Pflege naturnaher Wälder zwangsläufig an, deswegen ist es wichtig, Wege zu finden, es auch besser zu nutzen.“

Das Forschungsprojekt

Das Konsortium des Verbundprojektes besteht aus dem Holzkompetenzzentrum der Hochschule Trier in Kooperation mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz in Trippstadt, der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg sowie der Hochschule Mainz. Es entwickelt und erprobt seit November 2019 ein neuartiges Tragsystem aus Laubschwachholz für den Bausektor.

Im Ergebnis der Forschung soll eine Prozesskette stehen, die schwache Laubrundholzsortimente aus der Waldpflege für den Bausektor nutzbar macht. Dabei geht es speziell um Eichenholz mit einem Mittendurchmesser von 20-24 cm aus Erst- oder Zweitdurchforstung. Bestandteil der Projektarbeit ist auch die Entwicklung von Kalkulations- und Planungstools, die helfen sollen, den Einsatz der Rundhölzer zu vereinfachen.

Das betrifft vor allem die Fügung von „rund an rund“, für die bereits vorhandenen Lösungen für Verbindungsknoten standardisiert werden sollen. Zu Demonstrationszwecken soll am Ende des Projektes eine forstwirtschaftlich nutzbare Halle als Referenzgebäude auf einem Grundstück der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt realisiert werden.

Das Forschungsprojekt hat eine Laufzeit bis zum bis 31. März 2023.

Quelle: MUEEF