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Forschung für die sächsischen Wälder

Das zweitägige wissenschaftliche Kolloquium „Anbau nicht einheimischer Baumarten – unverzichtbar oder unverantwortbar“ am 3./4. März in Tharandt wurde von Staatsminister Thomas Schmidt eröffnet. Anlass der Veranstaltung waren unter anderem das 200-jährige Jubiläum der Ernennung der forstlichen Lehranstalt zur Forstakademie und das 800-jährige Jubiläum der Stadt Tharandt.

„Die vor 200 Jahren gegründete Forstakademie hat in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich an Bedeutung gewonnen“, sagte der Minister. „Die sich rasant ändernden Umweltbedingungen und gesellschaftlichen Anforderungen lassen den Forstbetrieben nur wenig Zeit für Anpassungsmaßnahmen. Die Konzepte für die Wälder von morgen können effektiv nur in der Zusammenarbeit von universitärer und praxisorientierter Forschung erarbeitet werden. Der gelungene Transfer des so generierten Wissens in die Praxis ist eine wichtige Voraussetzung für gesunde und stabile Wälder.“
Das wissenschaftliche Kolloquium, das gemeinsam von der Akademie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt und der Fachrichtung Forstwissenschaften der Technischen Universität Dresden organisiert wurde, war Teil des Jahresprogramms zum 800-jährigen Jubiläum der Stadt Tharandt. Es trafen sich Wissenschaftler, Forstpraktiker, Verantwortliche und Interessierte für Naturschutz und Stadtgrün, um sich über den Anbau nicht einheimischer Baumarten in Wäldern und Siedlungen auszutauschen.
Der stattfindende Klimawandel hat das Interesse an nicht heimischen Baumarten verstärkt. Dies gilt für die Forstwirtschaft genauso wie für die Landwirtschaft oder den Garten- und Landschaftsbau. Eingeführte Arten können aber auch eine Gefahr für die Erhaltung der Biodiversität sein. Deshalb ist Sorgfalt angebracht, wenn über die Einbringung weiterer Arten im Wald, in der Landschaft, der Stadt oder der Landwirtschaft nachgedacht wird. „Zeitgemäße Forschung, wie sie die Fachrichtung Forstwissenschaften in Tharandt praktiziert, ist deshalb unerlässlich“, so Schmidt. „Nur so können wir ein besseres Verständnis ökologischer Prozesse erlangen und in der Forstpraxis die richtigen Entscheidungen treffen.“
SMUL

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