Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service

Identification of forest management types from ground-based and remotely sensed variables and the effects of forest management on forest structure and composition

Quelle: Forstarchiv 82: 5, 171-183 (2011)
Autor(en): HESSENMÖLLER D, NIESCHULZE J, VON LÜPKE N, SCHULZE E

Abstract: Eleven types of forest management were investigated (coniferous and deciduous age-class forest at pole-, young- and old timber stage, continuous cover forest management, selectively cut forest management, farmers’ forest, coppice, coppicewith- standards and unmanaged forest) with respect to ground-based measurements (diameter at breast height, stand density, tree height, wood volume, tree species composition, coarse woody debris, regeneration, deer browsing) and remotely sensed variables by LiDAR (e. g. canopy height, canopy surface area, canopy depth). Wood volume ranged between 320 m3 ha-1 in continuous cover forest and 730 m3 ha-1 in farmers’ forest. Basal area was between 25 m2 ha-1 in deciduous age-class forest and 49 m2 ha-1 in farmers’ forest. Coarse woody debris ranged between 11 m3 ha-1 in selectively cut forest and 39 m3 ha-1 in unmanaged forest. Number of tree species was lowest in the selectively cut forest (1 to 2 tree species per ha) and highest in coppice forest (up to 8 tree species per ha). Density of regeneration was independent of management, but damage due to deer browsing was highest in unmanaged forest reserves and in selectively cut forest, leading to a decline of admixed species. We found that a classification according to management types as based on management plans is not appropriate for scientific studies of relations between forest structure, biodiversity, and management at plot scale. In reality, some management types, such as continuous cover forest, were not sufficiently distinct. The most consistent separation was between longrotation, short-rotation and uneven-aged forests. The remotely sensed variables distinguished forest structures more clearly than ground-based measurements. Nevertheless, structural variables might be rather similar between unrelated management systems and rather dissimilar even within the same management type at plot scales between 500 m2 and 0,64 ha. This study compares forest inventory between management types and documents the importance of including forest-management and forest structure in the evaluation of the climate mitigation potential of forests and of strategies for preservation of biodiversity.


Erkennung forstlicher Bewirtschaftungstypen anhand von Bestandesdaten und Fernerkundung und der Einfluss der Bewirtschaftung auf Waldstruktur und Baumartenzusammensetzung

Kurzfassung: In der vorliegenden Untersuchung wurden 11 forstliche Bewirtschaftungstypen hinsichtlich ihrer Struktur anhand verschiedener terrestrischer und fernerkundlicher Daten miteinander verglichen. Bei den Bewirtschaftungstypen handelt es sich um Altersklassenwald mit Laub- oder Nadelbäumen in verschiedenen Altersstufen, Dauerwald, Plenterwald, Bauernwald, Niederwald, Mittelwald und unbewirtschafteten, geschützten Wald. Die terrestrischen Daten umfassen den Brusthöhendurchmesser, die Bestandesdichte, die Baumhöhe, den Holzvorrat, die Baumartenzahl, das Totholz, die Verjüngung und den Wildverbiss. Zu den fernerkundlichen, via LiDAR erfassten Daten gehören u. a. die Kronendachhöhe, die Kronendachfläche und die Kronentiefe. Der Holzvorrat der untersuchten Bewirtschaftungstypen variierte zwischen 320 m3 ha-1 im Dauerwald und 730 m3 ha-1 im Bauernwald. Die Grundfläche schwankte zwischen 25 m2 ha-1 im Laubholzaltersklassenwald und 49 m2 ha-1 im Bauernwald. Das Volumen an starkem Totholz erreichte 11 m3 ha-1 im Plenterwald und 39 m3 ha-1 im unbewirtschafteten Wald. Die Baumartenzahl im Derbholz war am geringsten im Plenterwald (1 bis 2 Arten ha-1) und am höchsten im Niederwald (8 Arten ha-1). Die Dichte der Verjüngung war unabhängig von der Art der Bewirtschaftung. Wildverbiss war am höchsten im unbewirtschafteten Wald und im Plenterwald und führte zu einem Rückgang der Mischbaumarten im Buchenwald. Die Beobachtungsflächen haben eine Größe von 500 m² bis 10.000 m². Es zeigte sich, dass für eine Untersuchung zur Wechselwirkung von Biodiversität und forstlicher Bewirtschaftung die Klassifizierung der Wälder nach Bewirtschaftungstypen laut Forsteinrichtung unzweckmäßig erscheint. Die untersuchten Bewirtschaftungstypen enthalten Entwicklungsstadien, die sich in der Struktur sehr ähneln. Eine klare Trennung der Wälder ergab sich nur hinsichtlich einer Klassifizierung in lange und kurze Umtriebszeit und strukturierte Wäldern mit gemischten Altersklassen. Die Fernerkundungsdaten geben zusätzliche Information über Kronendachstrukturen, die für die Tierwelt wichtig sind, die aber ebenfalls nicht für Bewirtschaftungstypen spezifisch sind. Die Studie gibt einen vergleichenden Überblick über den Einfluss der Bewirtschaftung auf forstliche Inventuirdaten und zeigt, dass Strategien zur Vermeidung von Klimawandel und Biodiversitätsverlusten vor allem Bestandesstrukturen berücksichtigen müssen.

© DLV München

 

Auch interessant

von