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VDS: Forderungen der Säge- und Holzindustrie

VDS: Forderungen der Säge- und Holzindustrie

Der 6. Internationale Sägewerkskongress fand vom 7. bis 9. Februar unter dem Motto „Natürlich Holz nutzen“ in Rosenheim statt. Veranstalter waren der Verband der Deutschen Säge- und Holzindustrie (VDS) und das Lehrinstitut der Holzwirtschaft und Kunststofftechnik in Rosenheim (LHK). Ein Schwerpunkt der Fachtagung war das für die Forst- und Holzwirtschaft existenzielle Thema der Holznutzung und Holzmobilisierung.

In einer Presse-Erklärung stellt der Vorsitzende des VDS, Reinhard Müller-Gei, folgende Forderungen für die deutsche Säge- und Holzindustrie an die Holznutzung im Wald:

  • Beibehaltung der multifunktionalen Forstwirtschaft, Holzernte und Naturschutz zu vereinbaren
  • Förderung von Initiativen zur Mobilisierung von Holzreserven, vorwiegend
    aus dem Privatwald
  • Möglicherweise eingegangene Verpflichtungen für Flächenstilllegungen
    im Rahmen der Strategie zur Biologischen Vielfalt auf bereits geschützten Flächen umsetzen (bevor neue Flächen identifiziert werden)
  • Stärkung bereits bestehender Zertifizierungssysteme wie z.B. PEFC
  • Überprüfung der Folgekosten und der Dauer von Maßnahmen, die das Ziel haben, die Holzernte auf Waldflächen auszusetzen
  • Zielkonflikte beseitigen: Charta für Holz zur Steigerung des Pro-Kopf-Holzverbrauches, Clusterstudien Forst und Holz zu Umsatz und Beschäftigten der Branche, Waldstrategie 2020, Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung

Zur aktuellen Situation hinsichtlich der Werbung für eine stärkere Holzverwendung äußern sich der Vorsitzende des VDS, Reinhard Müller-Gei, und der Vorsitzende des Fachverbandes der Sägeindustrie Österreichs, Christoph Kulterer:

Der VDS befindet sich in Gesprächen mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) und Holzbau Deutschland (BDZ), um über eine schlagkräftige Nachfolge für den Holzabsatzfonds werben zu können. Allen beteiligten Organisationen ist klar, dass mit der gegenwärtigen Art der Finanzierung für die Zukunft Holz GmbH keine Regelung gefunden wurde, die es der deutschen Forst- und Holzwirtschaft erlaubt, mit Konkurrenten der benachbarten Länder, insbesondere Österreich und der Schweiz, mithalten zu können.

Der VDS sieht überdies die Gefahr, dass die Holzwirtschaft gegenüber anderen Baustoffanbietern in Deutschland Marktanteile verlieren wird, wenn es nicht gelingt, eine tragfähige finanzielle Basis für die Zukunft Holz GmbH zu schaffen. Der VDS wirbt dafür, dass mit sämtlichen beteiligten Verbänden eine Regelung gefunden wird, die sicherstellt, dass eine nach Möglichkeit flächendeckende freiwillige Abgabe erhoben wird, um Holzwerbung, Forschung und Entwicklung für den Baustoff Holz voranzutreiben.

Mit zunehmenden Wettbewerb und globaleren Märkten werde ein professionelles
Marketing, welches die Vorteile von Produkten bewirbt, immer wichtiger. In Österreich gibt es mit proHolz eine schlagkräftige und erfolgreiche Marketing-Organisation für Holz. Mit professionellem Holzmarketing im österreichischen Hauptmarkt Italien wurde erreicht, den Pro-Kopf-Holzverbrauch binnen 10 Jahren fast zu verdoppeln. Ein solches Modell könne auch in Deutschland funktionieren. Als Leiter sei eine Integrationsfigur wichtig, die breites Vertrauen genieße. Daher werde von Österreich der Aufbau einer effektiven Holzmarketing-Organisation in Deutschland unterstützt.

VDS

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