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(v. l.) Projektförsterin Lena Bleibaum, Jan Sliva (LIFE-Beauftragter der EU), Georg Keggenhoff (NRW-Umweltministerium), Forstamtsleiter Roland Schockemöhle

Förster betreuen Naturschutzprojekt in NRW

In den Kreisen Paderborn und Höxter in Nordrhein-Westfalen sollen die seltenen Quellen und Waldbäche auf Kalkstein gefördert werden. Dazu beginnt nun ein neues, von der EU gefördertes Naturschutzprojekt. Federführend ist das Regionalforstamt Hochstift. Eine Försterin leitet das Projekt.

Das auf fünf Jahre angelegte Projekt, das überwiegend über das EU-Naturschutzprogramm „LIFE“ finanziert wird, trägt der großen Bedeutung der heimischen Kalktuffquellen und der ihnen nachfolgenden Bachoberläufe Rechnung. Die neue Projektleiterin und Försterin Lena Bleibaum freut sich auf eine abwechslungsreiche Tätigkeit in einer ökologisch hochwertigen Region, in der 80 % aller Kalktuffquellen Nordrhein-Westfalens zu finden sind. Wegen dieses Alleinstellungsmerkmals trägt das neue, mit 1,12 Mio. € geförderte Projekt auch den Namen „Tuff-LIFE“. Der Quelltyp tritt nur an Orten mit kalkgeprägtem Ausgangsgestein auf. Im Quellbereich charakteristisch vorkommende Moose tragen erheblich zu der markanten Kalktuffbildung bei. Dabei ist der Kalktuff das durch die Kalkablagerung und die abgestorbenen Moosreste gebildete poröse „Gestein“.

Umweltbildung ist wichtiger Bestandteil

Viele Quellen und Bäche weisen allerdings einen durch menschliche Faktoren in der Vergangenheit beeinträchtigten Zustand auf. „Nach einer Bestandsaufnahme wollen wir in einigen Quell- und Bachbereichen dem Wasser zu mehr Raum und Fließdynamik verhelfen“, sagte Bleibaum. Dazu sollen breitere Durchlässe und Furten angelegt sowie Einfassungen und andere Barrieren entfernt werden. Das Forstamt mit der Projektförsterin wird dazu einen Maßnahmenplan erstellen und die zuständigen Stellen beteiligen. Auch die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung sind wichtige Projektbestandteile und von der EU ausdrücklich erwünscht.

Den kompletten fördertechnischen Rahmen des LIFE-Projektes stellten der von der EU beauftragte Projektbetreuer Dr. Jan Sliva und Georg Keggenhoff vom NRW-Umweltministerium den Forstleuten in einem ersten Treffen im Waldinformationszentrum Hammerhof vor. Dort, direkt auf der Grenze der beiden betroffenen Kreise Paderborn und Höxter, wird „Tuff-LIFE“ büroräumlich angesiedelt.

Starke Beteiligung der Forstleute

Forstamtsleiter Roland Schockemöhle freut sich über ein weiteres LIFE-Projekt in den Wäldern des Hochstifts mit starker Beteiligung der Forstleute. „Der Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen, insbesondere mit dem Wasser, und der Erhalt der biologischen Vielfalt vereinen sich in diesem Naturschutzprojekt“, so Schockemöhle. „Die erworbenen Erkenntnisse und Erfahrungen werden wir auch außerhalb der eigentlichen Projektgebiete bei unserer Waldpflege und -bewirtschaftung gut einsetzen können.“

Lena Bleibaum und ihre Kollegen erwartet in den kommenden Jahren ein anspruchsvolles Naturschutzprojekt, das in NRW einmalig ist, und über das das Forstamt regelmäßig in Veranstaltungen und durch Veröffentlichungen informieren wird. Ein erster Workshop zu wassergeprägten Lebensräumen im Wald und den dazu gehörenden Arten ist für kommendes Frühjahr geplant.

 

Wald und Holz NRW
Typischer Quellbereich mit Kalktuffbildung auf den lebensraumtypischen Moosen im FFH-Naturschutzgebiet Leiberger Wald, Bad Wünnenberg.

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