Forstpolitik

Förderung des Klimafreundlichen Bauens mit Holz

Bearbeitet von Jörg Fischer

Die massiven Waldschäden der vergangenen drei Jahre haben auch zu enormen Mengen an Schadholz geführt. Bundeswaldministerin Julia Klöckner legt daher nun zwei Förderprogramme mit dem Schwerpunkt „Holz“ auf. Die Richtlinie „Förderung des Klimafreundlichen Bauens mit Holz“ ist seit dem 4. März in Kraft. Unternehmen und Cluster-Organisationen können Anträge auf Zuwendungen ab sofort bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) einreichen.

Klöckner: „Die Nutzung von Holz ist aktiver Klimaschutz – denn es speichert Kohlenstoff. So entstehen beim Bauen eines Einfamilienhauses aus Holz etwa bis zu 56 % weniger Treibhausgas-Emissionen. Mit unseren Programmen wollen wir deshalb die gesamte Holz-Lieferkette stärken – von der Produktion im Wald, der Verarbeitung bis hin zum Einsatz als Bau- und Werkstoff. Dabei führt der Waldumbau hin zu mehr Mischwald und damit zu notwendigen Anpassungen in der Holzwirtschaft. Das unterstützen wir durch Investitionsanreize.“

Förderfähig ist zum einen die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen, die vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen, Verfahren und Dienstleistungen unterstützen oder solche, die zur unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit beim Bauen mit Holz führen. Unternehmen sollen damit in die Lage versetzt werden, Hemmnisse und Strukturnachteile beim klimafreundlichen Holzbau zu überwinden, ihren Material- und Energieaufwand zu optimieren sowie Aspekte der Umwelt- und Ökobilanzen in die Geschäftsabläufe zu integrieren. Unterstützt werden beispielsweise Beratungen zur Nutzung von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik beim seriellen und modularen Bauen oder zur Bewertung und Analyse der Rückbau- und Recyclingfähigkeit von Bauprodukten und Bauten.

Ein zweiter Förderschwerpunkt richtet sich auf die Unterstützung sogenannter Innovationscluster. Bestehende oder neu zu gründende Zusammenschlüsse unabhängiger Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft sind förderfähig, wenn sie Unternehmen der kleinstrukturierten Branche Wege überbetrieblicher Zusammenarbeit eröffnen und Zugang zu Know-How und Transfer aktueller Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung beim klimafreundlichen Holzbau ermöglichen. Dazu gehören u. a. die Entwicklung von Weiterbildungskonzepten für Unternehmer etwa auf dem Gebiet der Digitalisierung, die Konzeptentwicklung zur Kooperation zwischen Hochschulen und Clusterunternehmen oder die Schaffung von Web-Plattformen zum Wissenstransfer aus der Holzforschung in die Unternehmen.

Die Förderprogramme im Überblick

I) Investitionsprogramm Holz (15 Mio. € in 2021) – was wird gefördert?

  • Investitionen in die werterhaltende bzw. wertsteigernde Nutzung von Kalamitätsholz,
  • Investitionen zur vermehrten Nutzung von Laubholz und
  • Investitionen zum Ausbau der Nutzung von Holz als Baustoff.

Der Investitionszuschuss wird nach Erteilung eines positiven Förderbescheids ausgezahlt. Maßnahmen können bis zum 30. April 2021 beantragt werden und müssen bis zum 15. November 2021 abgeschlossen sein.

Ausführliche Informationen zum Programm sind unter diesem Link zu finden.

II) Klimafreundliches Bauen mit Holz (20 Mio. € in 2021) – was wird gefördert?

Es sind zwei Bereiche vorgesehen:

  1. Die Förderung von Beratungsleistungen für Unternehmen der Holzwirtschaft einschließlich Holzbau/Holzbauplanung (etwa in den Bereichen Digitalisierung, Robotik, Künstliche Intelligenz);
  2. die Förderung von Innovationsclustern im Bereich Holzbau mit dem Ziel des Wissenstransfers durch bessere Vernetzung/Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Institutionen, Wissenschaft.

Antragsberechtigt sind Unternehmen, Verbände, Institutionen und Organisationen. Die Förderung erfolgt auf Ausgabenbasis. Maßnahmen müssen bis zum 15. November 2021 abgeschlossen sein.

Ausführliche Informationen zum Programm sind unter diesem Link zu finden.

Weitere Unterstützung des Bundeswaldministeriums

Die Holzprogramme sind Teil des Corona-Konjunkturpaktes „Wald & Holz“ in Höhe von insgesamt 700 Mio. €, das die bereits auf den Weg gebrachten Hilfen für den Wald im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz in Höhe von rund 800 Mio. € ergänzt. Insgesamt stehen damit 1,5 Mrd. € für den Wald bereit.

Hier geht’s zur Richtlinie „Förderung des Klimafreundlichen Bauens mit Holz“.

Quelle: BMEL, FNR, BLE (PM)