Baumstämme im Winterwald
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Förderprogramm klimaangepasstes Waldmanagement wird gut nachgefragt

17. Januar 2023
Die Resonanz auf das „Förderprogramm klimaangepasstes Waldmanagement“ ist sehr gut. In den ersten zwei Monaten nach dem Start sind laut Bundeslandwirtschaftsministerium fast 7.000 Anträge mit einer Fläche von 850.000 ha eingegangen.

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) hat die Resonanz auf das „Förderprogramm klimaangepasstes Waldmanagement“ als „sehr positiv“ bezeichnet: In den ersten zwei Monaten nach dem Start sind laut Bundeslandwirtschaftsministerium fast 7.000 Anträge mit einer Fläche von 850.000 ha eingegangen. Das entspricht mehr als 10 % des deutschen Privat- und Kommunalwalds, der zusammen auf rund 7,6 Mio. ha kommt."

„Viele Waldeigentümer haben die Chance genutzt“, sagte AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter. „Und dies obwohl die Antragsstellung nicht gerade kinderleicht ist.“ Die Bundesregierung hat für das „Förderprogramm klimaangepasstes Waldmanagement“ 900 Mio. € aus dem Klima- und Transformationsfonds zur Verfügung gestellt. Bis Ende 2022 waren zunächst 200 Mio. € für das Programm vorgesehen.

Von den 7.000 eingegangenen Anträgen stammen fast 4.900 von Waldeigentümern mit unter 100 ha Fläche. Fast 60 % dieser kleineren und mittleren Waldbesitzer haben sich freiwillig bereit erklärt, 5 % ihrer Waldfläche aus der Nutzung zu nehmen und die dafür angebotene Zusatzprämie beantragt.

Laut Ministerium wurden bisher 1.310 Anträge bewilligt, 437 davon stammen von Betrieben, die mehr als 100 ha Wald besitzen.

De-minimis-Deckel wird bald fallen

Grundsätzlich seien die größeren Betriebe noch zurückhaltend, berichtete Bitter. Grund sei die Deckelung der Förderung, die sogenannte De minimis-Beschränkung, sodass das maximale Fördervolumen vieler großer Forstbetriebe und vor allem der Kommunen schon ausgeschöpft sei. „Dieser Deckel soll jedoch in Bälde entfallen, wir hoffen, dass dies so schnell wie möglich geschieht“, sagte Bitter.

Kritik kommt aus der Holzindustrie

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz (AGR) ist nicht begeistert davon, dass von den Antragstellern mit unter 100 ha Wald 60 % freiwillig 5 % ihrer Flächen aus der Nutzung nehmen wollen. 

"Selbst im günstigsten Szenario ergibt sich dabei schon jetzt eine aus der Bewirtschaftung genommene Fläche von etwa 30.000 ha Wald. Das sind gut 20 % mehr als der Nationalpark Bayerischer Wald, der größte vorwiegend aus Wald bestehende Nationalpark Deutschlands", kommentiert AGR-Geschäftsführer Lukas Freise.

Die Berechnung erläutert er dabei wie folgt: "Selbst wenn man davon ausgeht, dass die kompletten 2.100 Anträge aus dem größeren Privat- und Kommunalwald nur genau bei der Flächenschwelle von 100 ha liegen, würde die stillgelegte Fläche (5 % von 210.000 ha) hier bei über 10.000 ha liegen. Geht man dann davon aus, dass von den restlichen 640.000 ha 60 % (384.000 ha) einen Antrag auf Förderprämien für 5 % Nutzungsunterlassung stellen, wären dies weitere knapp 20.000 ha.

Er kitisiert die Politik der Bundesregierung dafür, dass sie Steuergelder für die Nichtbewirtschaftung hergebe, obwohl der Wald dringend aktiv fit für den Klimawandel gemacht werden müsse. Dazu komme der gesellschaftliche Schaden, weil dieses nicht genutzte Holz in den nächsten 20 Jahren schmerzlich fehlen werde.